Held*innen, Märchen und Werbespots

Lesedauer: 5 Minuten

Als Kind gehörten Märchen zur Tagesordnung. Wir liebten die darin vorkommenden Held*innen, fieberten mit ihnen mit und wollten so sein wie sie. Viele Unternehmen machen sich bei der Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen genau das zunutze. Ihre Werbespots sind so konzipiert, dass sie in uns die Emotionen aus der Kindheit wecken. Können wir also sagen, dass Werbespots die Märchen der heutigen Zeit sind?

Als Kind wird uns fast täglich eine Geschichte vorgelesen oder erzählt. Wenn du meinst bei dir sei es nicht so gewesen, denk zurück an die Gute-Nacht-Geschichte vor dem zu Bett gehen. Und spätestens in deinen Träumen bist du in die Märchen- oder eben Geschichtenwelt eingetaucht. Wir haben diese Erzählungen als Kind geliebt. Sogar so sehr, dass man uns immer und immer wieder die gleiche Geschichte erzählen konnte, ohne dass uns langweilig wurde.

Warum liebten wir diese Geschichten so sehr?

Im Kindesalter kennen wir primär nur die positiven Seiten des Lebens. Wir fantasieren in der Märchenwelt und spielen die darin vorkommenden Held*innen selbst nach. Sie geben uns als Kind, und ebenso als Erwachsene, ein grossartiges Gefühl. Die Held*innen in den Märchen haben etwas Übermenschliches an sich. Es entsteht der Eindruck, dass nichts auf der Welt unmöglich ist. Ähnlich ist es beim Träumen. Es passiert etwas, das gar nicht real ist und doch erleben wir es. Personen können beispielsweise in bestimmten Situationen ausgewechselt werden. Du als Geschichtenerzähler*in oder Träumer*in bestimmst den Ausgang der Geschichte. Im echten Leben ist es leider nicht so einfach. Dort sind wir oftmals gar nicht die Held*innen, sondern die Mitwirkenden oder Statist*innen.

Als Kind bewegst du dich in zwei Welten: in der erzählten Welt, in der die Held*innen in deiner Erzählung leben, und dem Ort des Erzählens, an dem du deine Zuhörer*innen, Gspändli und Eltern beeindrucken, unterhalten oder überzeugen willst. Erinnere dich an folgende Situation zurück: Wie oft wolltest du zu Weihnachten ein Geschenk und deine Eltern sagten nein? Es sei nicht nötig, es sei zu teuer oder du hättest bereits so etwas Ähnliches? Du bist dann in deine Kreativität abgetaucht. Du hast dir Geschichten ausgedacht, in denen du dein Geschenk schlussendlich doch bekommen hast. Das sind emotional gesteuerte Geschichten. Ich bin mir sicher, dir kommen jetzt so einige in den Sinn.

Gemäss dem deutschen Autor Johannes Merkel gehören spielen, erzählen und fantasieren zu den kreativen menschlichen Fähigkeiten. Die Kreativität entsteht in unserem Kopf, wenn wir das Erzählte in ein Bild, wenn nicht sogar in einen Film, umwandeln. Denn was nützt mir eine Geschichte, wenn ich dazu nicht das nötige Bildmaterial habe? Bei Filmen müssen wir unseren Kopf nicht mehr so anstrengen, um ein passendes Bild zur Geschichte zu kreieren. Wir sehen es bereits.

Es war einmal vor langer Zeit…

Im Prinzip sind Geschichten und Märchen wie ein Baukastensystem konstruiert. Jedes Märchen hat einen Anfang, Mittelteil und Schluss. Das Wichtigste ist hierbei immer der Schluss oder anders ausgedrückt das Happy End. Die Erzähler*in kann frei entscheiden, wann sie welche Figur oder Wendung in die Geschichte einbaut. Sie kann sogar eine komplett neue Handlung entstehen lassen. Aus dem «Baukasten» kann die Erzähler*in die Teile herausnehmen, die sie für die Erzählung benutzen möchte. Gewiss ist jedoch, dass es immer eine Held*in geben wird. Diese wird am Anfang bestimmt. Im Verlauf der Geschichte wird sie in ein Ereignis oder eine Gefahrensituation verwickelt. Mit Geschicklichkeit oder List soll sie sich aus der unangenehmen Lage befreien. Ohne fremde Hilfe wird das aber nicht gelingen. Entweder kommt eine Fee, ein Genie oder ein Tier zu Hilfe. Nur so kommt die Held*in schlussendlich ans Ziel und es kommt zum allseits bekannten Happy End. Und wenn sie nicht gestorben sind…

Was hat das Geschriebene nun mit der Werbung zu tun?

Schau dir den Aufbau von Werbespots an. Sie basieren fast immer 1:1 auf diesem Baukastensystem. Der Unterschied ist, dass die Absender*in uns mit den Geschichten in der Form von Werbesports dazu bewegen will, das beworbene Produkt zu kaufen.

Und die Moral von der Geschichte

Nach jedem Märchen hatten wir ein gutes Gefühl, weil die Held*in die böse Hexe oder das abscheuliche Monster besiegt hat. Es gab immer ein Happy End. Schaffst du es dieses gute Gefühl und die Emotionen, die du als Kind beim Geschichtenerzählen gefühlt hast, in deine Kommunikation zu integrieren, endet jeder Tag für deine Kund*innen mit einem Happy End. Was gibt es Schöneres, als für deine Kund*innen der Ritter in strahlender Rüstung oder die gute Fee zu sein?

Beispiele:

  • Meister Proper
    Er erinnert uns an eine Comicfigur aus unserer Kindheit. Er hat sich äusserlich in den letzten 60 Jahren fast nicht verändert. Ab und zu gab es ein kleines Redesign, das aber kaum zu erkennen ist. Wir haben Vertrauen in das Produkt, weil es uns Beständigkeit suggeriert. Meister Proper verspricht uns, dass wir mit seinem Produkt den Hausputz einfacher und schneller erledigen können. So bleibt mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben. Und wer möchte sich nicht gerne im blitzblanken Boden spiegeln können?

    Held: Meister Proper
    Happy End: Dank Meister Proper ist meine Wohnung im Nu blitzblank geputzt.

  • Lancôme
    So riechen wie sein Vorbild, sich so fühlen wie sein Vorbild, nie altern und wunderschön sein. Wer möchte das nicht? Die beiden Schauspielerinnen Zendaya und Julia Roberts möchten uns ein schön designtes Parfüm von Lancôme verkaufen. Die Musik im Hintergrund unterstreicht die bewegten Bilder. Wer kann da nein sagen? Eine solche Werbung verzaubert uns und macht neugierig. Jeder Mensch hat das Bedürfnis gut zu riechen.

    Heldinnen: Zendaya und Julia Roberts
    Happy End: Mit Parfüms von Lancôme fühle ich mich jederzeit wie ein Hollywood-Star.

  • Adidas
    Adidas verspricht uns seit Jahren zwei Dinge: Exklusivität und Begeisterung. Durch den bekannten Profifussballer Lionel Messi wurde die Marke Adidas zum absoluten Renner bei Sportler*innen. Die Menschen denken, dass sie mit der Ausrüstung von Messi unbesiegbar und schnell sind. Welche Fussballliebhaber*in möchte diese Produkte dann nicht gleich kaufen?

    Held: Lionel Messi
    Happy End: Adidas sorgt dafür, dass ich die gleichen sportlichen Höchstleistungen erreiche, wie ein Profisportler.

  • Coca-Cola
    Jedes Jahr in der Weihnachtszeit sehen wir die berühmte Coca-Cola Werbung mit dem Weihnachtsmann und seinem Lastwagen, die uns an die Märchen aus unserer Kindheit erinnert. Du kommst nach einem langen Arbeitstag nach Hause und sehnst dich nach einem Durstlöscher. Was eignet sich da denn besser als Coca-Cola

    Held*innen: Der Weihnachtsmann mit seinem Lastwagen und die Testimonials (z. B. Selena Gomez, Stress und Xherdan Shaqiri)
    Happy End: Coca-Cola begleitet mich auf der ganzen Welt.

  • Douglas
    Der perfekte Lippenstift mit keinerlei Rückständen und keinem Farbverlust. Dieses Versprechen gibt uns Douglas in der Werbung. Wir sind begeistert. Wer möchte nicht aussehen wie Topmodel Cara Delevingne? Wenn wir den Lippenstift auftragen, fühlen wir Cara an unseren Lippen.

    Heldin: Cara Delevingne
    Happy End: Der Lippenstift von Douglas verleiht mir die Anziehungskraft eines Topmodels.

Kommunikation – Das Erfolgsrezept für Verkäufer*innen

Lesedauer: 4 MinutenKommunikation könnte man quasi als Fass ohne Boden bezeichnen. Jede Situation bedingt einer ganz eigenen Kommunikation: diplomatisch, emphatisch, energisch, bestimmt – es ist eine wahre Kunst Situationen zu antizipieren und genau das richtige Gespür zu haben, welche Aktion oder Reaktion gerade angebracht ist. Verkäufer*innen sind Menschen, die ein solches Fingerspitzengefühl auf jeden Fall besitzen.

Wer kennt es nicht, eigentlich wollte man gar nichts kaufen und trotzdem läuft man eine halbe Stunde später mit einer Tüte aus dem Geschäft. Da hat jemand einen sehr guten Job abgeliefert. Schlechtes Gewissen oder Schuldgefühle haben, sollten wir deswegen nicht. Denn im besten Falle hat uns der/die Verkäufer*in emotional berührt oder durch eine Geschichte so abgeholt, dass wir nicht widerstehen konnten. Nur Achtung: Es gibt immer einen feinen Unterschied zwischen aus einem guten Gefühl heraus etwas zu kaufen oder sich etwas aufschwatzen lassen. Die eigentliche Frage lautet: Warum passiert uns das so oft?

Eine Frage der Kommunikation

Hast du dir schon mal überlegt, wie stark Kommunikation und Verkauf ineinander verwebt sind? Ich vermute, viele würden sagen: wahrscheinlich nicht wirklich. Es ist logisch, dass Verkäufer*innen irgendwie kommunizieren müssen, um ein Produkt oder eine Dienstleistung an den Mann oder die Frau zu bringen, aber es geht eben nicht nur darum eine Information zu vermitteln, sondern auch um das ganze Drumherum.

Wissen ist Macht

Wer jemanden von etwas überzeugen oder zu etwas inspirieren will, muss zu hundert Prozent sattelfest sein, wenn es um die Materie geht. Verkäufer*innen müssen demzufolge sowohl das Unternehmen, das sie vertreten als auch das Produkt oder die Dienstleistung, die sie verkaufen wollen, wie ihre eigene Westentasche kennen. Nur so ist es ihnen möglich in ihrem Portfolio genau das zu finden, was sie potenziellen Kund*innen anbieten könnten.

Lügen haben kurze Beine

Wissen ist in diesem Falle aber nur die halbe Miete. Mindestens genauso wichtig ist der Umgang mit Kund*innen durch eine/n Verkäufer*in. Wir Menschen haben meist ein gutes Gespür dafür, ob es jemand gut und ehrlich mit uns meint oder eben nicht. Deshalb lautet für Verkäufer*innen die Devise: ehrlich, transparent und authentisch sein. Es gilt das Vertrauen der Kund*innen zu gewinnen und sie nicht mit Lügen zum Kauf zu überreden. Wer es schafft, eine Vertrauensbasis zu erschaffen, kann im Gegenzug mit Loyalität und Treue rechnen.

Zwischen den Zeilen

Nebst einem glaubwürdigen Auftreten und ehrlichen Aussagen, ist es auch wichtig für Verkaufspersonal ihren Kund*innen zuzuhören und möglichst viel vom Subtext, also allen Dingen, die nicht explizit gesagt werden, zu verstehen. Dadurch können sich Verkäufer*innen besser auf Kund*innen einlassen und damit auch gezielter beraten.

Never give up

Wenn es mal nicht zum Abschluss kommen sollte, ist das kein Weltuntergang. Wahrscheinlich war es dann einfach der falsche Zeitpunkt. Verkäufer*innen müssen trotzdem hartnäckig bleiben und versuchen, auch aus diesen Gesprächen etwas zu lernen. Nächstes Mal, wenn der Zeitpunkt der richtige ist, wird es bestimmt funktionieren. Andersherum ist es, wenn ein Kauf stattfindet, dann darf sich das Verkaufspersonal nicht auf den Lorbeeren ausruhen, denn auch hier gilt: Nach dem Kauf ist vor dem Kauf. Oft wird eine Nachbetreuung von Kund*innen sehr geschätzt. Dies hilft, das Vertrauen aufzubauen und resultiert im besten Falle darin, dass bestehende Kund*innen einen Service oder ein Produkt weiterempfehlen. Und natürlich selber auch wieder einkaufen.

Consument is king

Ja, das mag phrasenhaft und inhaltsleer klingen, so oft wie es schon gebraucht wurde, mindert aber trotzdem nicht den Wahrheitsgehalt dieser Aussage. Am Ende entscheiden immer noch die Kund*innen, ob sie etwas kaufen wollen oder eben nicht. Verkäufer*innen haben insofern einen Einfluss, als dass sie all die vorher genannten Schritte befolgen, um eine möglichst grosse Chance auf einen Abschluss zu bekommen. Dabei sollte die Entscheidung möglichst nie vom Preis abhängig gemacht werden. In der Realität sieht das selbstverständlich oft ganz anders aus. Es kommt immer stark darauf an, um welches Produkt oder welche Dienstleistung es sich handelt.

Ein guter Rat zum Schluss

Nun habe ich fast schon einen Leitfaden verfasst, wie gute Verkäufer*innen sein sollten. Dabei sollte der Kerngedanke aber nicht vergessen werden: Verkaufen ist eine hohe Kunst der Kommunikation. Verkäufer*innen müssen so viele Ebenen der Kommunikation perfekt aufeinander abstimmen, damit schliesslich ein Geschäft mit den Kund*innen zustande kommt. Und nicht vergessen: Es kommt nicht nur darauf an, was jemand sagt, sondern auch wie diese Person es sagt. Wie mein Opa immer zu sagen pflegte: C’est le ton qui fait la music. Und damit lag er goldrichtig.

Quellen

Kunst im Raum, Kunst am Bau

Lesedauer: 6 MinutenWie schon der Philosoph und Psychoanalytiker Paul Watzlawick sagte: «Man kann nicht nicht kommunizieren.» Gut, das ist zwar in Bezug auf die Menschen gemeint, aber ich münze das jetzt mal um und wage zu behaupten, dass das auch genauso gut für Kunst im Raum oder am Bau gelten könnte.

Die Kommunikation der Objekte

Natürlich kommuniziert nicht jedes Gebäude oder jeder Raum gleich mit uns, aber manche tun dies eben doch auf ganz besondere Weise: Stell dir vor, du gehst in ein Kunstmuseum mit vielen Installationen wie im Tinguely Museum oder du stehst in Barcelona vor der Sagrada Familia. Vielleicht schlenderst du auch gemütlich über die Rialto Brücke oder bestaunst von einem Schiff aus die Freiheitsstatue in New York. Zu all diesen Objekten, egal ob Statue, Bauwerk, malerisches Kunstwerk usw. fühlen wir uns hingezogen. Wir bestaunen sie und lassen sie auf uns wirken. Solche Objekte strahlen eine ganz besondere Energie aus, sie inspirieren und berühren uns. Entweder spricht das Kunstwerk direkt zu uns oder wir überlegen uns, was es uns sagen will. Schon findet eine ganz eigene Art von Kommunikation zwischen uns Menschen und den Kunstwerken statt. Es muss nicht immer ein Bauwerk oder ein Gemälde sein, welches zigtausende Menschen anzieht. Es geht einzig darum, was das Kunstwerk für eine Resonanz in uns selbst auslöst.

Kommunikation mit allen Sinnen erleben

Warum ist diese Art von Kommunikation für uns Menschen wichtig? Um das zu verstehen, müssen wir uns die Kommunikation und die sensorische Wahrnehmung etwas genauer ansehen.

Unter der sensorischen Wahrnehmung versteht man das Empfinden mittels einer oder mehrerer Sinnesorgane:

  • Sehen, visuell
  • Riechen, olfaktorisch
  • Hören, auditiv
  • Schmecken, gustatorisch
  • Tasten, taktil

Jede Gesellschaft hat beispielsweise ihr ganz eigenes Kommunikationssystem. Dies beinhaltet unter anderem die Sprache. Damit wir überhaupt wahrnehmen können, was jemand sagt, brauchen wir den Hörsinn, ansonsten würden wir die gesprochene Sprache nicht verstehen. Demzufolge besteht zwischen den Sinnen und der Kommunikation ein enges Verhältnis, welches jedoch nicht symmetrisch verläuft: Die sensorische Wahrnehmung funktioniert ohne die Kommunikation, umgekehrt ist das aber nicht der Fall. Ein kleines Beispiel dazu: Wir können unsere Umgebung mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen, ohne dass wir alles, was wir sehen, benennen können. Eine unbekannte Pflanze können wir sehen (visuell), an ihr riechen (olfaktorisch), sie anfassen (taktil) oder sie sogar essen (gustatorisch) und dafür brauchen wir keine Kommunikation. Umgekehrt würde das nicht funktionieren: Ohne die fünf Sinne könnten wir uns gar kein Bild von etwas machen. Es wäre fast so, wie einer blinden Person erklären zu wollen, was die Farbe Blau ist.

Räume und Gebäude mit emotionalem Wert

Meist sind es alte Gebäude oder Kunstwerke, die schon viele Geschichten erlebt haben und auch viele Geschichten erzählen. Entweder haben wir uns über die historische Geschichte informiert oder aber wir ersetzen die Geschichte durch unsere eigene Interpretation. Das sollte aber nicht nur bei Objekten sein, die es schon lange gibt. Vielmehr sollte die Interpretation zur Regel werden: Im Grundsatz heisst das, dass jeder Raum, jedes neu erschaffene Gebäude nicht nur ein Raum oder eben ein Bauwerk, sondern auch ein Kommunikationsinstrument sein sollte. Jede*r Künstler*in hat eine bestimmte Vorstellung, eine eigene Idee und Vision davon, wie das neu geschaffene Objekt aussehen soll und wieso es genau so aussehen soll. Dabei wird immer die Gefühlswelt, also die Emotionen, der Menschen angesprochen. Architekt*innen beispielsweise sollten diesen Aspekt bei ihren Planungen nicht ausser Acht lassen. Wenn sie dies nicht beachten, könnte das zur Folge haben, dass ihre Objekte keinen emotionalen Wert besitzen; es sind dann einfach nur Nutzobjekte, die auch nur als solche wahrgenommen werden. Ein gutes Beispiel dafür sind grosse Überbauungen oder Siedlungen, die im Schnelltempo aus dem Boden gestampft wurden. Gebäude oder gar ganze Stadtteile, die aus reiner Funktionalität heraus entstanden sind, um z. B. möglichst vielen Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben usw. Bei diesen Objekten fehlen jedoch der Sinn und die Vision eines Künstlers oder einer Künstlerin. Das ist sehr schade.

Objekten eine Seele einhauchen

Ich erlebe diese ganz spezielle Kommunikation zwischen Mensch und Bauwerk im Tarrot Garten von Niki de St. Phalle in der Toscana. Für mich ist dieser Garten immer wieder der Himmel auf Erden. Er bereichert meine Fantasie, schenkt mir Energie, erinnert mich an das kindliche Spiel, aber auch an die Bedeutung der Tarrotkarten. Ich schmecke den Geruch der Toscana, die wahnsinnige Hitze, die Weite, die Meeresluft und den Wind. Alle meine fünf Sinne werden geweckt und aktiviert. Dieser Garten berührt mich tief in meinem Herzen. Er erfüllt und nährt mich. Hier kann ich meine Seele baumeln lassen, auftanken und mich beflügeln lassen. Genau diese Gefühle will ich ebenfalls so weitergeben, wenn ich an der Planung eines Raumes oder Gebäudes mitbeteiligt bin. Menschen wollen berührt werden, sie wollen der unbewussten Kommunikation folgen können. In unserem Alltagstrott ist es wichtig, dass wir vor lauter Reizen trotzdem noch manchmal – auch wenn vielleicht unterbewusst – das Gefühl von Wärme und Geborgenheit erhalten. Folglich wird Kommunikation im Raum und am Bau immer wichtiger. Es reicht beispielsweise schon, wenn an einem Gebäude ein Lichtspiel stattfindet. Das fasziniert die Menschen, inspiriert sie und bringt sie zum Lächeln. So können sie wiederum neue Energie auftanken. Es müssen Räume und Gebäude geschafft werden, die die Menschen emotional berühren und sie für einen kurzen Moment vom Alltag ablenken. Das fängt schon beim Namen von Gebäuden an: Ich finde es wichtig, dass jedes Gebäude einen eigenen Namen erhält und nicht nur mit einer Hausnummer beziffert wird, wie das in der Schweiz sehr oft gehandhabt wird. Denn durch den Namen entsteht bereits hier eine Geschichte für den Menschen.

Kunst im Raum und am Bau in Unternehmen

Was genau bedeutet Kunst im Raum oder am Bau nun für Unternehmen? Natürlich bedeutet es nicht, dass ein Unternehmen jetzt die gesamte Einrichtung, sämtliche Gegenstände, die Wandfarbe etc. verändern muss, nein. Es bedeutet, dass sich Unternehmen bewusst hinterfragen, wie ihre Räumlichkeiten aussehen und wie diese gestaltet sind.

  • Welche Farben wurden genutzt und weshalb?
  • Gibt es ein Möblierungskonzept und entspricht dieses noch dem Zeitgeist?
  • Was strahlen die Räumlichkeiten für ein Gefühl aus?
  • Wie ist der Eindruck, wenn jemand den Eingangsbereich zum ersten Mal betritt?
  • Was löst er für Emotionen aus?

Wenn man dort täglich ein und aus geht, nimmt man wahrscheinlich gar nicht mehr bewusst wahr, was ein solcher Raum in einem auslöst. Das ist auch nicht verwunderlich, denn wir sind alle Gewohnheitstiere. Es macht also durchaus Sinn, wenn Räumlichkeiten beispielsweise jungen Künstler*innen zur Verfügung gestellt würden, damit sie diese immer wieder neu gestalten. Das könnten natürlich auch Mitarbeitende übernehmen, die dafür ein gewisses Budget zur Verfügung gestellt bekämen. Auch kleine Dinge zählen: Wenn z. B. ein Sonnenstoren ausgewechselt werden muss, dann wird nicht einfach ein Ersatz bestellt, sondern Wert darauf gelegt, in welcher Farbe er ersetzt wird und aus welchem Material er besteht. Genauso gut könnten Parkplätze in verschiedenen Farben bemalt oder in der Tiefgarage ein Graffiti an die Wand gesprayt werden. Ein Unternehmen in Egerkingen hat beispielsweise ein Farbkonzept auf der Aussenseite einer Fensterfront erstellt. Fährt man nun auf der A1 zwischen Bern und Zürich, so kann man dieses Kunstwerk bestaunen: Bei der Durchfahrt kurz einen Moment Farbe einsaugen. Oder schlendert man durch die Zürcher Bahnhofstrasse, kann man etliche Schaufensterfronten bestaunen, die in wahre Kunstwerke verwandelt wurden und so zum Betreten der Lokalitäten verlocken. Wie du siehst: Kunst im Raum oder am Bau umfasst alles vom Farbkonzept über Sitzgelegenheiten, Kunstinstallationen bis hin zum Autokreisel. Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Und auch mit kleinem Budget und wenig Aufwand kann so eine neue Kommunikation entstehen.

Quellen

Das Netz der Zukunft

Lesedauer: 6 MinutenWer es richtig tun will, der braucht dafür Zeit. Wer es pflegen will, braucht Disziplin. Wer davon profitieren will, braucht Geduld. Die Rede ist von Networking. Ein Nebenjob fürs Leben und ein exorbitantes Plus für jede*n. Ist es aber wirklich notwendig, sich das Networken zur Berufsaufgabe zu machen?

Einmal mehr schreibe ich über ein Wort, das seinen Ursprung aus dem Englischen hat: Networking. Für Berufstätige ein bekannter Begriff. Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) definiert Networking als «Knüpfen und Pflege von Kontakten und Beziehungen zum gegenseitigen (besonders beruflichen) Nutzen.» Dieses Netzwerken ist in der heutigen Zeit schon fast ein Muss und für Unternehmer*innen gar nicht mehr wegzudenken. Vor noch nicht so langer Zeit bewegte sich das Netzwerken ausschliesslich in exklusiven Klubs (Rotary, Zünfte etc.) und an Businessevents. Mit dem Auftauchen von Social-Media-Plattformen wurde aus dem eher statusfokussierten und prestigereichen Business-Austausch ein heterogenes Mittelfeld, zugänglich für alle. Bevor ich aber das Jetzt schildere, springe ich mit dir für einen kurzen Augenblick zum Ursprung zurück.

It’s a Man’s World

Es ist gar nicht so einfach, auf die Anfänge des Networking zu stossen. Es kursieren verschiedene Thesen im Internet und auch der Blickwinkel ist entscheidend. Wäre ich auf der Suche nach Parallelen zu den heutigen sozialen Plattformen, dann würde gemäss meiner Recherche der Dichter Johann Wilhelm Ludwig Gleim wohl als der Erfinder von Facebook gelten. Er, im 18. Jahrhundert lebend, sammelte von all seinen Gästen Porträts und verewigte sie an einer Wand. Sein «Freundschaftstempel» wäre heute die physische Form unserer Freundesliste auf Facebook. Da der Fokus dieses Beitrages allerdings im Wort Networking selbst liegt, steuere ich nun auf Verbindungen zu, die als den Ursprung des Netzwerkens beschrieben werden.

Grundsätzlich kann man behaupten, dass das eigentliche Networking – so wie wir es heute kennen – erst vor gut 200 Jahren entstand. Eine heute nach wie vor bekannte Form von Networking ist in Business Clubs zu finden. So schlossen sich im 19. Jahrhundert Geschäftsmänner zusammen und tauschten sich aus. Solche Klubs waren damals ausschliesslich für die Reichen reserviert, zumal sie die Einzigen waren, die sich die Klubbeiträge leisten konnten. Noch heute existieren überall auf der Welt solche Klubs und sind in den Augen vieler mit Prestige und Status verbunden.

Das (Kaffee-)Kränzchen für Mann und Frau

Eine ähnliche Form von Networking war auch in deutschsprachigen Studentenschaften zu finden. Im Ausgang des 18. Jahrhunderts entstanden Burschenschaften, Kränzchen, später (zu Beginn des 19. Jahrhunderts) Corps, die vor allem die Liebe zur Tradition feierten und ein eher bürgerliches Weltbild zeigten. Auch in solchen Verbindungen durfte nicht jedermann beitreten; wer sich unterwerfen liess, das Aufnahmeritual sowie die Probezeit bestand, wurde aufgenommen. Recherchen zeigen, dass solche Studentenverbindungen theoretisch bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Es scheint allerdings keine Einigkeit im Web zu herrschen und es kursieren Behauptungen, dass solche Verbindungen mit Mythen und Halbwahrheiten vorbelastet sind.

Übrigens existierten etwa zur selben Zeit auch Damenkränzchen, heute besser bekannt als Kaffeekränzchen. In solchen Kränzchen beteiligten sich oftmals unverheiratete Frauen gehobenen Alters, die zur bürgerlichen Frauen- und Mädchenbewegung gehörten – analog Burschenschaften. In England galten solche Kränzchen als «tea parties». Ich vermute, dass aufgrund der englischen Übersetzung die heutige Kränzchen-Begriffserklärung als, ich zitiere, «kleine Gruppe von Damen, die in regelmässigen Abständen zur Unterhaltung zusammenkommt» (DWDS) angesehen wird.

Ein Netzwerk für mehr Vitamin B

Noch heute existiert das Face-to-Face-Networking in Form von Business Clubs, Berufsverbänden oder an gewissen Wirtschafts- oder Sportevents. Der eigentliche Status quo im 21. Jahrhundert hat sich aber von «prestigereichen Klubs» auf eine einfachere – glücklicherweise – günstigere Plattform verschoben: Social Media – ein fast vier Milliarden grosses Netz an Nutzer*innen. Wer heute auf ein gutes Netzwerk hofft und Geschäftsbeziehungen aufbauen möchte, bedient sich der Plattform LinkedIn. Die Plattform hat sich als Karrierenetzwerk etabliert und grundsätzlich dreht sich dort alles ums «Business». Über 700 Millionen Nutzer*innen weltweit besitzen bereits ein LinkedIn-Profil und die Tendenz ist weiterhin markant steigend. Schon allein in den letzten zwei Jahren konnte LinkedIn über 40 Millionen Nutzer*innen dazugewinnen und sich als benutzerfreundliches, vielfältiges und interaktives Netzwerk in der Social Media-Landschaft positionieren.

Wer in seinem Netzwerk wichtige Kontakte besitzt, kann sich in erster Linie eine beachtliche Reichweite verschaffen. Denn: Bei LinkedIn geht es nicht darum, wen du kennst, sondern auch um die Kontakte deiner Kontakte. Überdies haben Stellensuchende die besten Chancen, eine neue Herausforderung unter der Hand zu bekommen. Ein Post, eine Statusänderung oder eine Markierung im Profilbild genügt meistens, um das eigene Netzwerk darauf aufmerksam zu machen. LinkedIn ist quasi eine Wunderwaffe, wenn es ums Vitamin B geht. Ich habe mich lange gegen ein solches Netzwerk und gegen das Vitamin B gesträubt, bis ich realisierte, wie viele Stellen nicht ausgeschrieben werden. Gemäss aktuellen Zahlen werden nur 30 % der Stellenanzeigen veröffentlicht. Der Rest wird intern oder – eben – unter der Hand vergeben. Das sind ganze sieben von zehn Jobs! Das klingt im ersten Moment unfair, aber so funktioniert nun mal der Arbeitsmarkt. Vitamin B, Vitamin B und nochmals: Vitamin B!

Wind of Change

Erinnerst du dich noch an deine Anfänge des Networkings? Das war sicher keine einfache Aufgabe. Entweder man hat sich stets im gleichen Kreis, ergo in der gleichen Reichweite bewegt oder musste sich an Events von der Glanzseite zeigen, um überhaupt attraktive Angebote zu erhalten. Beides war zweifellos mit viel Aufwand verbunden, schliesslich musste man die Kontakte auch noch pflegen (Kaffee hier, Mittagessen da). Heute hat jede*r die Möglichkeit, alles mit einem Post eines lesenswerten Artikels zu erledigen. Oder man meldet sich mal wieder, indem man z. B. mit einem vorprogrammierten Button zum Geburtstag gratuliert. Es war also noch nie so einfach wie heute, den Vitaminspeicher aufzutanken und zu «boosten».

Für Unternehmen gilt übrigens dasselbe in Grün. Die Arbeitswelt hat sich verändert, mit ihr auch die Kommunikation. Ein Unternehmen gelangt heute mit Social Media relativ kostengünstig und zeitnah an seine Kund*innen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob es sich um ein Produkt handelt oder der eigene Brand in den Vordergrund gestellt wird. LinkedIn beispielsweise hat für fast alles die richtige Lösung. Insgesamt sind 50 Millionen Unternehmen aktiv. Pro Sekunde werden nota bene 55 Stellenanzeigen rund um den Globus geschaltet. Also unterschätzen sollte man Social Media wirklich nicht.

Ein Nebenjoböbli

Wenn ich nun zurück auf den Anfang des Beitrages komme, dann stimmt es nicht ganz, was ich behauptet habe. Es ist richtig, dass man für ein gutes Netzwerk Zeit und Geduld braucht, aber längst nicht mehr so viel wie früher. Von Disziplin ist überhaupt keine Rede mehr. Wichtig ist, dass alle die Regeln einhalten und das Netzwerk nicht mit Belanglosigkeiten bombardieren, sonst geht der Schuss nach hinten los. Auch beim Networking ist eine akkurate Kommunikation nicht zu vernachlässigen. Ich werde mir das Networking wohl nie zur Berufsaufgabe machen. Bei mir wird es wohl bei einem Nebenjöbli bleiben, schlichtweg deswegen, weil ich mich Tag ein Tag aus auf Social Media bewege. Wie ist es bei dir?

Ein paar LinkedIn-Tipps:

  • Profil ohne Foto: a no no! So wird dein Profil nicht ernst genommen.
  • Keywords: are the key. Noch besser wäre englischsprachiges Profil. Deutsch reicht aber vollkommen – mit guten Schlüsselwörtern.
  • LinkedIn: is business. Bleib also plus minus formell
  • LinkedIn: is business 2.0. Das «Fübi»-Foto und herzige Katzenvideos gehören aus LinkedIn verbannt. Dafür dient dein Facebook- oder Instagram-Account.
  • Teilen: gleich Mehrwert. Dein Netzwerk soll auch profitieren dürfen. Die Qualität ist entscheidend.
  • Teilen 2.0: Einfach kommentarlos etwas losschicken, ist nur die halbe Miete. Dein Netzwerk soll wissen, warum du genau diese Information mit ihm teilst.
  • Hashtags: #dieweltinderalgorithmenregieren. Ich mag die auch nicht. Aber du willst auch ausserhalb deines Netzwerkes sichtbar sein, oder?

Quellen

Ich bin nicht kreativ. Ich bin lösungsorientiert!

Lesedauer: 5 MinutenWenn wir über das Wort Essen sprechen, wissen wir alle, was es bedeutet. Unter Umständen läuft uns schon das Wasser im Mund zusammen und wir denken an unser Lieblingsgericht oder an den würzigen Geschmack einer Spaghetti-Sauce. Im Gegenzug gibt es Wörter, die zwar oft benutzt werden, jedoch in ihrer Bedeutung unklarer sind. So beispielsweise mit Kreativität. Woran denkst du, wenn du dieses Wort hörst?

Kreativität ist eines dieser Wörter, welches mich bereits mein ganzes Leben lang begleitet. Wenn ich dieses Wort benutze, ist die Reaktion darauf jedes Mal eine andere. Einige halten wenig von diesem Wort, andere haben nur Fragezeichen im Gesicht und wieder andere ein Lächeln auf den Lippen. Keine einfache Sache also, vor allem als ich früher meine Kreativ-Workshops verkaufen wollte. Es war eine Lotterie, ob jemand davon begeistert war oder eben nicht. Ausschlaggebend war, was diese Person unter dem Wort Kreativität abgespeichert hatte. Mit der Zeit wurde mir das zu bunt und ich beschloss, mich näher mit dem Wort und dessen Bedeutung auseinanderzusetzen.

Die vielen Gesichter der Kreativität

Aufschlussreich sind immer Recherchen, so auch über die Kreativität. Doch…statt einer klaren Definition, findet man 1000 verschiedene Interpretationen dazu. Diese gehen von «Kreativität ist die Fähigkeit, etwas Neues zu schaffen» (Barron, 1965), bis zur simplen Duden-Definition «schöpferische Kraft, kreatives Vermögen» oder anders ausgedrückt, Kreativität sei die Eigenschaft eines Menschen, schöpferisch oder gestalterisch tätig zu sein. Heute – gerade auch im Zusammenhang mit der Arbeitswelt – wird Kreativität neu bewertet. Diese Neubewertung entfernt sich von der «schöpferischen Freiheit» und definiert sich neu als kreativer Leistungszwang (Goethe-Institut, 2013). Es erstaunt deshalb kaum, fürchten sich so viele Menschen vor der Kreativität. Wer kann schon allen Arten der Kreativität gerecht werden und sie unter einen Hut bringen? Heutzutage muss man überall kreativ sein: beim Kochen, Backen, Musizieren, Gärtnern, Basteln, Malen, usw. Kein Wunder ist dieses Wort nicht nur positiv behaftet, bei all dem Druck, der sich dahinter verbirgt.

Ich, die Kreative

Seit Jahren sagt mir mein Umfeld, ich sei ein kreativer Mensch. Oft noch, bevor mich die Menschen näher kennenlernen oder ich mit ihnen gearbeitet habe. Immer schwingt dabei eine gewisse Erwartungshaltung mit, dass ich schnurstracks eine völlig flippige und aussergewöhnliche Idee einbringen soll. Sicherlich, meine pinken Haare, meine bunten Outfits und die pinken Autos tragen zu dieser Wahrnehmung bei. Dazu kommt, dass es in meinem Geschäft oder bei mir zu Hause eher wie in einem Spielwarenladen oder Museum ausschaut. Es kommt deshalb nicht selten vor, dass fremde Leute beim Durchlaufen einfach so reinplatzen; quasi im Glauben, mein Geschäft sei eben öffentlich zugänglich.

In meinem beruflichen Alltag bin ich aber vor allem eines: sehr pragmatisch und lösungsorientiert. Wenn ich meine Kund*innen in Sachen Kommunikation berate und begleite, geht es mir immer um eine Lösung, die implementierbar ist und schlussendlich von allen Mitarbeitenden getragen und gelebt werden kann. Es gehört klar zu meinen Stärken, solche Lösungen zu finden. Diese sind aber meist weder flippig noch ausgefallen.

Für die Lösungsfindung bediene ich mich der Inspiration und Spielerei, was mein pinkes Aussehen oder meine ausgefallenen Büroräumlichkeiten erklärt. Zudem ist das kreative Umfeld für mich ein Mittel zum Zweck, um auf Ideen zu kommen (mehr dazu im Beitrag Inspirationen sind Ideen-Booster). Ohne Inspirationen kämen mir nur bekannte Muster und Lösungen in den Sinn, weil der Mensch per se bequem ist, und weil neue Lösungsansätze zu generieren in der Regel anstrengend ist.

Nicht die Kreativität zeichnet mich aus

Was mich meiner Meinung nach als Lösungspartnerin für Strategie und Kommunikation auszeichnet, ist nicht meine Kreativität, sondern mein kreatives Denken. Darunter verstehe ich, dass ich die Fähigkeit besitze, mich jederzeit auf meine kreative Hirnhälfte zu fokussieren. Die kreative Hirnhälfte sorgt dafür, dass ich im Denken flexibel bin und auch in ungewohnten Situationen oder bei Krisen lösungsorientiert bleibe. Meine kreative Denkweise hilft mir auch dabei, mit Hilfe von Kombinationen und Verknüpfungen aus Bestehendem Neues zu erschaffen. All diese Eigenschaften sind in der heutigen Zeit wichtiger denn je und werden von Unternehmen je länger je mehr gefordert.

Das Paradoxe ist aber, dass weiterhin in jedem Stelleninserat steht: «Wir suchen eine kreative Person, die…». Das Unternehmen sucht aber in der Regel nicht eine Person, die sich ausgefallen kleidet oder musische oder malerische Fähigkeiten hat. Sondern gesucht wird eine Person, die aus jeder Ausgangslage die bestmögliche Lösung findet, selbständig handelt und im Kopf schnell umschalten kann. Zudem soll die gesuchte Person im Team arbeiten können, denn durch den Wissensaustausch und die gegenseitigen Inspirationen kommt ein Unternehmen weiter (vgl. Beitrag Gemeinsam einsam vs. better together). All diese Eigenschaften werden gesucht, wenn in einem Stelleninserat eine kreative Person beschrieben wird. Dabei ist doch vielmehr das kreative Denken gemeint.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema brachte mich dazu, dem Begriff Kreativität bewusst aus dem Weg zu gehen. Nun spreche ich gezielt vom kreativen Denken! Und anstatt Fragezeichen oder Abwehrhaltungen meines Gegenübers, sehe ich in dessen Gesicht nun immer Klarheit und Begeisterung.

Die Angst vor kreativen Menschen

Weshalb der Unterschied zwischen Kreativität und kreativem Denken so zentral ist, habe ich vor einigen Jahren gelernt, als ich einen CEO bei der Erstellung eines Stelleninserates beraten durfte. Als er den Titel «Kreative*r Mitarbeitende gesucht» las, verwarf er die Hände und sagte mir: «Auf keinen Fall noch mehr davon!» Er habe in seinem Unternehmen bereits genügend kreative Köpfe, die ungefragt jeden Tag neue Ideen auf den Tisch bringen. Individualisten, die man nur schwer führen kann. Er brauche Leute, die sich selbständig ums Daily-Business kümmern und dafür sorgten, dass der Absatz stimme. Er suche Personen, die eine gewisse Flexibilität mitbringen und auch mal über den Tellerrand blicken, um ein Problem zu lösen. Ich schaute ihn an und entgegnete: «Ach so… du suchst also eine Person, die kreativ denkt». Und da sah ich ein Lachen in seinem Gesicht.

Quellen

Out of the box! Aber welche Box eigentlich?

Lesedauer: 4 MinutenAuf der Suche nach neuen Ideen heisst es immer wieder «think outside of the box!»; «Du musst querdenken!» oder «Schau doch mal über den Tellerrand hinaus!». Das ist einfacher gesagt als getan. Oft ist man nach solchen Aussagen blockierter als vorher, da man sich zu fest darauf fokussiert, die Box unbedingt verlassen zu wollen. Doch welche Box ist eigentlich genau gemeint?

Denkt man an out of the box, so erwartet man im gleichen Atemzug Resultate und Ideen, die vorher noch NIE da gewesen sind und Unmögliches plötzlich möglich machen sollen. Wir sprechen hier von Super-Ideen, die den Markt neu aufrollen (Disruptive Innovationen). Mit dieser Erwartung im Kopf geht man an eine Fragestellung heran, ist nun aber völlig blockiert. Bewusst nicht an das Bestehende denken zu wollen, bewirkt oft das Gegenteil. Dieses Phänomen kennen wir auch aus dem Spiel «Tabu», ein Ratespiel bei welchem ein «Etwas» umschrieben werden muss, ohne die Bezeichnung dafür zu nennen. Aber obwohl es verboten ist, kommt das gesuchte Wort oftmals trotzdem in der Umschreibung vor. Unser Unterbewusstsein arbeitet also gegen uns, wenn es darum geht, aus festgefahrenen Bahnen auszubrechen.

Beim Out-of-the-box-Denken geht es genau um dieses Ausbrechen und darum, bewährte Denkmuster auf der Seite zu lassen. Aber was ist eigentlich die Box genau? Es liegt auf der Hand, dass man nicht etwas verlassen kann, das man nicht kennt. Umgekehrt bedeutet dies, dass die Box zuerst beschrieben werden muss, bevor man aus ihr ausbrechen kann.

Beschreibe deine Box

Wer erfolgreich out of the box denken möchte, sollte sich zuerst Zeit nehmen, die Box zu beschreiben. Der Auftrag bzw. die Fragestellung müssen im Vorfeld ganz klar definiert werden. Je besser die Eckpunkte (Zielgruppe, Bedürfnisse, Produkteigenschaften, Preisstrategie, Marktumfeld, etc.) definiert sind, desto klarer kann man sich in einem zweiten Schritt davon entfernen.

Erfolgreiches Out-of-the-box-Denken zeichnet sich also durch eine intensive Vorbereitung aus. Dabei bewegt man sich wie in einer Excel-Tabelle und stellt Zahlen, Daten und Fakten zur Thematik zusammen. Das gibt im Vorfeld die nötige Sicherheit.

Out of the box: Vergiss die Fragestellung

Ist die Box definiert, ist man bereit diese zu verlassen. Nun geht es darum, frei zu denken und neue Ideen zu finden. Und zwar ohne jegliche Einwände und Einschränkungen. Ab jetzt ist alles möglich!

Der wichtigste Faktor, um out of the box zu gelangen, ist die Distanz zum eigentlichen Thema. Im Normalfall traut man sich nicht, weit genug vom Thema wegzugehen (auch wenn dies nur gedanklich passiert). Meistens aus Angst, zu keinem Resultat zu kommen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass diese Angst unbegründet ist, sofern, wie oben beschrieben, eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema stattgefunden hat.

Nehmen wir als Beispiel eine Fragestellung eines Automobilherstellers, der Ideen für ein neues Auto sucht. Die naheliegendste Frage «Wie soll unser neues Auto sein, welches wir auf den Markt bringen?» wird erst gar nicht gestellt. Im Gegenteil. Die Gedanken sollen mit Fragen angeregt werden, die mit der Grundthematik nur sehr entfernt etwas zu tun haben:

  • Welche Eigenschaften muss eine Waschmaschine der Zukunft haben?
  • Welche Bedürfnisse hat meine Zielgruppe in Bezug auf ein Fahrrad?
  • Was nervt mich an den bisherigen Automodellen?
  • Wie könnte unser Unternehmen in einer Welt ohne Autos ihr Know-how anders nutzen?
  • Welche Eigenheiten machen die Nussgipfel der Dorfbäckerei zu einem Verkaufsschlager?

Je weiter man sich vom Thema entfernt, desto freier werden die Gedanken. Ohne Vorurteile entstehen neue Ideen. So wie Kinder an ein Thema herangehen, wird unbeschwert Neues ausprobiert und geschaffen. Kinder haben keine Muster im Kopf abgespeichert, welche Ideen zerstören, bevor sie überhaupt ausgesprochen wurden. Auf diese Weise kommen Gedanken wie zum Beispiel, dass die Produktion sowieso zu teuer sein werde oder dass zu wenig Know-how vorhanden sei, um eine Idee zu implementieren, gar nicht auf. Wie bei Kindern wird die Vernunft ausgeblendet und einfach ausprobiert. Dies hat den Effekt, dass das kreative Denken angeregt wird. Durch die Ablenkung erreichen wir den kreativen Flow und es entstehen die ungewöhnlichsten Ideen.

Geh zurück in die Box

Wer nun denkt, dies sei doch nicht zielführend und effizient, irrt sich gewaltig. Es ist völlig klar, dass in diesem Fall Ideen für ein neues Auto und nicht Ideen für einen Nussgipfel als Verkaufsschlager gesucht werden. Der nächste Schritt ist also der Schritt zurück zur eigentlichen Fragestellung. Dieser Weg zurück in die Box ist viel einfacher, als der Weg aus der Box raus.

Die erarbeiteten ungewöhnlichen Ideen müssen nun wieder mit dem eigentlichen Thema verbunden, also in die erwähnte Excel-Tabelle eingearbeitet werden. Durch die Kombination unzähliger Ideen in Verbindung mit dem bestehenden Know-how entstehen nun ganz neue, unerwartete Ansätze.

Konkret würde dies im oben erwähnten Beispiel folgendes bedeuten: «Welche Eigenschaften des Nussgipfels als Verkaufsschlager können wir nun auf das neue Auto übertragen und wie machen wir das?» Und wenn man schlussendlich ein Auto verkauft, welches durch seinen Duft den Käufer*innen dasselbe wohlige Gefühl gibt, wie wenn sie in einen Nussgipfel beissen, hat man das Ziel erreicht.

Der Weg dazu heisst kurz und bündig: Gehe out of the box und zurück!

Definition out of the box
Der Ausdruck out of the box beschreibt eine unkonventionelle Denkweise, die sich durch kreatives Denken auszeichnet. Mit Hilfe dieser Denkweise schaut man über den Tellerrand hinaus und hinterfragt bekannte Kriterien und Muster.

Quellen

Round and round we go – 360° Kommunikation

Lesedauer: 4 Minuten

Wir Menschen kommunizieren ständig, auch wenn wir das eigentlich gar nicht wollen. Wenn wir es tun, können wir aber zu einem grossen Teil selbst bestimmen, was wir wie kommunizieren. Dasselbe gilt für Unternehmen. Diese entwickelten in den letzten Jahren immer mehr ein Bewusstsein dafür, wie wichtig eine kohärente Kommunikation ist. So ist auch der Ansatz der 360° Kommunikation entstanden.

Kommunikation in allen Formen und Farben

Reden, schreien, flüstern, schweigen – all das ist Kommunikation, aber Kommunikation ist noch viel mehr! Gehen wir nun einen Schritt zurück und schauen uns an, was Kommunikation überhaupt ist: Unter Kommunikation ist nämlich der Prozess der Bedeutungsvermittlung zu verstehen, der sich zwischen zwei oder auch mehreren Lebewesen abspielt. Durch den Begriff «Vermittlung» wird bereits klar, dass der Austausch immer über eine Instanz, also ein Medium, stattfindet. Dieses Medium kann vielfältige Gestalten annehmen, dazu gehören beispielsweise Gestik, Mimik, Rauchzeichen, Telefon, Film und noch viele mehr. Der Austausch ist aber keineswegs statischer Natur; bereits das blosse Verhalten zweier oder mehrerer Lebewesen aufeinander gilt als Kommunikation. Deshalb ist, wie ganz am Anfang dieses Absatzes erwähnt, Schweigen auch eine Form der Kommunikation.

Übrigens: Erfolgreich wird dann kommuniziert, wenn die Verständigung zwischen Sender*in und Rezipient*in glückt. Das heisst, ein*e Sender*in vollzieht eine kommunikative Handlung, z. B. durch das Ansprechen der anderen Person (= Rezipient*in). Diese wiederum begeht im selben Augenblick ebenfalls eine kommunikative Handlung, nämlich indem sie zuhört und versucht, die gesendete Nachricht zu entschlüsseln.

Wir verstehen nun, was zwischen einzelnen Personen geschieht, wenn sie untereinander kommunizieren. Nun sehen wir uns genauer an, wie es sich bei Unternehmen verhält und was das mit den 360° zu tun hat.

Rundum Kommunikation

Unternehmen wollen und müssen verstärkt ein Augenmerk darauf legen, wie und in welcher Form sie mit wem kommunizieren. Das betrifft sowohl alle internen (Mitarbeitende) als auch externen Personen (Kund*innen, Medien, Investor*innen usw.), die das Unternehmen anspricht. Um dieser doch nicht ganz einfachen Aufgabe Herr zu werden, gibt es den Ansatz der 360° Kommunikation oder auch der integrierten Kommunikation:

Bei diesem Ansatz geht es darum, dass sämtliche Kommunikationsaktivitäten eines Unternehmens strategisch geplant und koordiniert konzipiert sowie realisiert werden. Die Integration der Aktivitäten findet dabei auf vier verschiedenen Ebenen statt:

Zeitlich

Alle Aktivitäten müssen zeitlich aufeinander abgestimmt werden. Dazu führt man am besten eine Jahresplanung, welche man kontinuierlich aktualisiert und weiterentwickelt.
Beispiel aus der Praxis: Ein Unternehmen führt einen Redaktionsplan, in dem alle Aktivitäten sämtlicher Social-Media-Kanäle festgehalten werden.

Inhaltlich

Für jede Zielgruppe die passende Botschaft. Diese Botschaften sind klar festzulegen und auf die unterschiedlichen Kommunikationsinstrumente und -mittel zu übertragen. Dabei dürfen keine inhaltlichen Widersprüche entstehen.
Beispiel aus der Praxis: Dieselbe Botschaft muss immer wieder neu verpackt und auf die Zielgruppe sowie die Eigenheiten des Kanals angepasst werden. Konkret heisst das, dass ein Unternehmen jeweils kanalspezifische Texte, Bilder usw. aufbereiten muss.

Formal

Ein einheitliches Erscheinungsbild (gemäss Corporate Design) muss gewährleistet werden, auch wenn für jede Zielgruppe und für jeden Kanal unterschiedliche Botschaften geplant werden.
Beispiel aus der Praxis: Alle Publikationen eines Unternehmens müssen diesem eindeutig zugeordnet werden können. Dieser Wiedererkennungseffekt kann anhand des Logos, einer bestimmten Farbe, besonderen Elementen oder einem Bild passieren.

Sprachlich

Die Corporate Language, also die Sprache des Unternehmens muss bei allen Aktivitäten ersichtlich sein.
Beispiel aus der Praxis: Als Unternehmen muss man sich entscheiden, ob man eher einen lockeren Umgangston (duzen) wählt, wenn man kommuniziert oder ob man es lieber formell (siezen) halten möchte. Wichtig ist, dann immer gleich zu kommunizieren.

Wichtig bei der 360° Kommunikation ist, dass alle Personen und Abteilungen, die in irgendeiner Weise mit ihr zu tun haben, mithelfen. Sie sind im ständigen Austausch und behalten immer das grosse Ganze im Auge.

Perspektivenwechsel

Wie wir sehen, ist der klassische Ansatz der integrierten Kommunikation eine Hilfestellung, damit Unternehmen besser planen und steuern können, was sie sagen wollen. Versuchen wir nun, die 360° Kommunikation mit dem Fakt zu verbinden, dass wir Menschen von früh bis spät immer und überall kommunizieren. Folglich kann ein Unternehmen auch jederzeit mit Individuen in Kontakt treten oder eben mit ihnen kommunizieren. Das geht über Werbung im Tram, die wir meist nur aus dem Augenwinkel und eher unbewusst wahrnehmen oder durch Plakate, an denen wir vorbeiradeln. Viel offensiver können Unternehmen kommunizieren, indem sie uns Briefe nach Hause schicken oder wenn eine Verkaufsperson uns im Geschäft direkt anspricht. Diese Arten von Kommunikation sind uns allen mehr oder weniger bekannt.

Was aber wäre, wenn ein Unternehmen seine Büroeinrichtung oder seine Gebäudefassade als Kommunikationsmittel benutzen würde? Das wäre ebenfalls ein Teil einer 360° Kommunikation. Ein Unternehmen kann mit allem, was es tut, kommunizieren: Das geht vom Brief über den Onlinebanner bis hin zur Kleidung der Mitarbeitenden oder eben der Einrichtung des Eingangsbereichs. Genau diese letzteren Arten einer unbewussten Kommunikation sollte ein Unternehmen auf keinen Fall unterschätzen. Nein, Unternehmen sollten sogar anfangen, diese bewusst wahrzunehmen und aktiv damit zu spielen.

Quellen


Die komplexe Arbeit

Lesedauer: 6 Minuten

Arbeit 4.0. Digitales Zeitalter. Schnelllebig. Herausfordernd. Die Arbeit ist komplex geworden, sowohl auf Unternehmens- als auch auf Mitarbeitenden-Seite. Arbeit galt früher ausnahmslos der Existenzsicherung. Heute ist es schwierig, einfache Worte für die «produktive Tätigkeit» zu finden. Zu komplex ist unsere heutige Zeit, zu schnell verändern sich Strukturen und zu individuell werden unsere Bedürfnisse. Da kann man schon schnell den Überblick verlieren, es sei denn, man versucht einige wichtige Trends nachzuvollziehen. Hier der Versuch.

«Arbeit ist Erfüllung.» Das ist oder sollte zumindest der Wunsch eines jedes Menschen sein. Schliesslich definiert sich der Mensch heute immer mehr über seine Arbeit. Gerade jüngere Generationen wollen glücklich sein und streben eine perfekte Work-Life-Balance an, statt sich ein Leben in Saus und Braus zu sichern: Geld und Luxus ist gut und recht, aber Familie und Freiheit sind wichtiger. Das hat sicher einerseits damit zu tun, dass unsere Eltern für viele von uns die Existenz bereits gesichert haben und wir – sofern wir wollen – darauf aufbauen und somit unserem Glück nachgehen können. Die Karriere schlägt also den direkten Weg der Superlative ein, nämlich dem Streben nach Selbstverwirklichung.

Die Selbstverwirklichung

Mit der Selbstverwirklichung wird die Arbeit zum Lebensinhalt. Wir wollen alle zuoberst ankommen. Ich spreche hier nicht von der sichtbaren Karriereleiter, die alle Menschen auf einem CEO-Posten zeigt. Ich spreche von der individuellen Karriereleiter: Die Leiter, auf der wir unsere Berufung ausüben oder einer Tätigkeit nachgehen, die uns erfüllt. Eine Arbeit, wo wir unser ganzes Potenzial voll ausschöpfen und eigene Talente einbeziehen können. Die Erfüllung liegt aber nicht nur in der Selbstverwirklichung oder im Ausüben des Traumberufes selbst. Wie angedeutet, es geht nicht darum möglichst viel «Kohle» zu scheffeln. Das wäre gar fest schwarz und weiss betrachtet.

Gerade Friseur*innen, die tagein, tagaus Haare schneiden, färben und waschen, verdienen kaum etwas. Sie schuften, damit der Lohn bis zum nächsten Zahltag ausreicht. Wie gestaltet sich also die Selbstverwirklichung für Personen mit einem handwerklichen Beruf und erst noch jemand aus meiner Generation? Was ist mit der perfekten Work-Life-Balance? Friseur*innen können nicht gemütlich von zuhause aus arbeiten oder über Zoom neue Haarprachten zaubern. Nein. Das wäre dann wirklich Zauberei! Würden Friseur*innen den Job nicht gerne machen, dann hätten sie auch keinen Anreiz, in diesem Beruf zu bleiben. Also ist auch das eine Form von Erfüllung.

Es ist klar, nicht wenige suchen heute die Berufung oder die Erfüllung über ihr Hobby. So ist beispielsweise die Zahl von Influencer*innen oder TikTok-Stars in den letzten Jahren so stark in Höhe geschnellt, dass das Hobby zum Beruf wurde. Ich muss also schon gestehen: Menschen, die ihre Berufung oder Erfüllung über ihr Hobby finden, ja, das sind Glückspilze.

Erfüllung allein reicht nicht aus

Neben dem Wunsch, einen erfüllenden Beruf auszuüben, gibt es noch ein weiteres Bedürfnis, das relativ weit oben auf der Wunschliste vieler steht: Sich möglichst viele Optionen offen halten. Einige würden jetzt behaupten, dass es vor allem meine Generation betrifft. Die Generation, die sich die Freiheit nimmt, zu sagen: Alles kann, nichts muss.

Mag sein. In der Arbeitswelt kann aber eine solche Einstellung (gerade für Millennials) eine grosse Herausforderung darstellen. Wie kann man sich denn am besten die «Optionen offen halten»? Eine mögliche Antwort auf diese Frage fand ich in der nächsten Frage: Was willst du sein: Spezialist*in oder Generalist*in?

Wer seine Berufung gefunden hat, wird sich seinen beruflichen Weg ziemlich einfach ausmalen können. Denn diese Person weiss genau, welche Weiterbildungen, Kurse, Seminare – also Spezialisierungen – notwendig sind, um an ihr berufliches Ziel zu gelangen. Auf der anderen Seite gibt es aber Menschen, die nicht so schnell – vielleicht auch nie – eine Berufung finden und ewig auf der Suche nach dem perfekten Job sind. Da ist es schon schwieriger herauszufinden, welche Spezialisierung infrage käme. Solche Menschen tendieren schliesslich dazu, immer etwas Neues auszuprobieren und sich sehr unterschiedliche Qualifikationen anzueignen. Sie werden also in die Kategorie der Generalist*innen eingestuft. 

Spezialist*in vor Generalist*in oder vice versa?

Es stellen sich nun weitere Fragen: Welche Kategorie wird in Zukunft entscheidend sein? Welche Unternehmen setzen auf welchen Typen? Auf der einen Seite prognostiziert die Wissenschaft einen Aufwärtstrend in der Spezialisierung. Quasi: Es werden Arbeitnehmende nach Mass gesucht. Also erfordert das Spezialist*innen. Auf der anderen Seite gibt es aber Studien, die darauf hinweisen, dass Generalist*innen Spezialist*innen auf lange Sicht überlegen seien. Was ist jetzt richtiger?

In der Kolumne Krogerus & Tschäppeler (das Magazin) lautet die Antwort: Seien sie ein spezialisierter Generalist. Lapidar in meinen Worten: Sei die Schnittstelle. Das heisst, um den Status des spezialisierten Generalisten resp. der spezialisierten Generalistin zu erreichen, soll man nicht versuchen, in einem Bereich die*der Beste zu werden. Man soll sich zwei Bereiche aussuchen, die man nur schlecht kombiniert kombinieren kann, und in beidem gut sein.

Ein Beispiel: Friseur*in & Psycholog*in. Zwei komplett verschiedene Berufe, an und für sich nicht vergleichbar, wenn man aber darüber nachdenkt, dann sieht man die Schnittstelle: Friseur*innen schneiden nicht nur Haare, sondern geben sich auch der Sprechlaune ihrer Kund*innen hin. Und was tun Psycholog*innen? Auf jeden Fall nicht Haare schneiden.

Was tun Unternehmen?

Die schnelllebige Arbeitswelt stellt nicht nur Arbeitnehmende vor eine Herkulesaufgabe. Auch Unternehmen müssen sich je länger, je mehr damit abfinden, dass Bedürfnisse und Anforderungen sich rasch und insbesondere ständig verändern. Hat sich eine HR-Methode in einem Unternehmen endlich etabliert, folgt oft schon die Nächste. Dabei Schritt zu halten, ist nicht einfach. Und sowieso: Wie behält man da den Überblick? 

Ich denke, dafür ist das Mindset von Unternehmer*innen entscheidend. Entweder man geht mit der Zeit, bleibt flexibel oder: Man bleibt auf Altbewährtem sitzen. Und wir wissen es alle (früher oder später): Altbewährtes wie Grossmutters Marmorkuchen ist goldwert, aber Altbewährtes aka Strukturen, eher weniger. Denn es ist ein Fakt: Der, der nicht stehen bleibt, ist der Mensch.

Du, ich, wir.   

Und Studien belegen es am Ende auch: Der Mensch braucht immer mehr eine erfüllende Arbeit. Ein Unternehmen, mit welchem er sich identifizieren, einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen und etwas bewegen kann. 

Werte bestimmen Identifikation

Hier möchte ich abschliessend sagen, dass ich auf der Seite der Arbeitnehmenden es äusserst wichtig finde, was für eine Kultur ein Unternehmen vorlebt und welche Werte dabei im Vordergrund stehen. Man darf einerseits nicht vergessen, dass gerade Millennials – also meine Generation – in den nächsten Jahren immer mehr zu Führungskräften werden. Dasselbe gilt für Unternehmenskulturen. Andererseits gehören schon heute 50 % der Arbeitnehmenden zur Generation Y (2025 sind es bereits 70 %). Und hier möchte ich auch noch anfügen, dass sechs von zehn Millennials ein Unternehmen aufgrund seiner strategischen Ziele auswählt und nicht wegen Boni, Ferien und verbesserten Sozialleistungen. 

Materiell war also gestern. Was es im Grunde genommen braucht, ist eine Veränderung. Millennials sind tatsächlich noch zu jung, um an der Führungsspitze eine Mehrheit zu bilden. Die jetzigen Entscheidungen liegen also nach wie vor bei den Unternehmer*innen, die – entschuldigt die Kategorisierung – etwa im Alter meiner Eltern sind (v. a. Generation Babyboomer). Es ist mir absolut bewusst, dass es nicht einfach ist, die neuen Generationen zu verstehen. Aber drum herum kommt ihr wirklich nicht.

Wäre es nicht viel schöner, motivierte, glückliche und engagierte Mitarbeitende zu haben, anstatt im Schnitt alle zwei Jahre wichtiges Know-how zu verlieren? Nur so ein Gedanke.

Quellen

Inspirationen sind Ideen-Booster

Lesedauer: 4 Minuten

Eine Umfrage in meinem Bekanntenkreis zeigte, dass viele beim Wort Inspiration an Daniel Düsentrieb und seine Glühbirne «das Helferlein» denken. Viele sagen auch, dass es sich nicht beeinflussen lässt, ob wir inspiriert werden oder nicht. Man kann einfach nur darauf warten, bis zufällig irgendwann eine Idee kommt. Diese passive Haltung gegenüber Inspirationen kann ich nicht verstehen. Dabei ist es doch so einfach.

Die oben genannte Er-«wart»-ungshaltung ist wohl der Grund, weshalb sich die Businesswelt bisher meiner Meinung nach noch zu wenig mit dem Wort «Inspiration» und dessen bewusster Nutzung auseinandergesetzt hat. Das erstaunt mich, denn ich arbeite bereits seit der Entwicklung meiner XINIX-Methode im Jahr 2010 bewusst mit Inspirationen und bin von deren Wirkung und dessen Nutzen immer wieder aufs Neue fasziniert. Mittlerweile verwende ich Inspirationen so bewusst und gezielt, dass die Ideen- und Lösungsfindung kinderleicht ist. Aber was tue ich eigentlich genau?

Inspirationen beeinflussen unser Handeln

Im Privaten lassen wir uns täglich von unterschiedlichen Dingen inspirieren. Hier einige Beispiele:

  • Beim Zuschauen einer Kochsendung
    Dabei läuft uns das Wasser im Munde zusammen und im Gehirn werden automatisch die fünf Sinne aktiviert. Diese Inspiration nutzen wir danach beim Kochen, um eigene fantastische Menüs zu kreieren.
  • Wenn wir uns eine Modeschau ansehen
    Das Model inspiriert uns durch ihr Outfit, ihren Look und ihre Schönheit. Wir haben das Gefühl, dass ihre Kleider auch an uns super aussehen würden. Beim nächsten Kleiderkauf greifen wir unbewusst zu ähnlichen Mustern und Farben.
  • Beim Spaziergang durch einen wunderbaren Garten
    Die farbigen Blumen, Heckenfiguren, Gerüche, Formen und Farben vermitteln uns ein freudiges Gefühl und regen unsere fünf Sinne an. Dieses Gefühl wird unbewusst wieder geweckt, wenn wir später in einem Gartencenter sind und beeinflusst unseren Einkauf entsprechend.

Doch wie übertragen wir die gezielte Nutzung von Inspirationen in unserer Arbeitswelt? Schliesslich findet man am Arbeitsplatz keine Blumenwiesen oder spezielle Kleider vor. Der eigene Arbeitsplatz ist eher eintönig und karg, nicht wahr?

Impulse von aussen

Ganz im Gegenteil. Die Arbeitswelt ist voll von Inspirationen. Um diese nutzen zu können, gehe ich jeweils wie folgt vor: Ich lasse meine Arbeit bewusst für einen Moment auf der Seite und gehe gezielt auf die Suche nach Inspirationen (siehe Box). Wenn ich also bei einem zu lösenden Thema bzw. bei einer Herausforderung nicht weiterkomme, schaue ich vom Blatt oder vom Bildschirm weg und nehme meine Umgebung ganz bewusst wahr. Dabei fokussiere ich mich eben bewusst auf meine ganze Umgebung: Was befindet sich in meinem Raum? Welche Einrichtungsgegenstände nehme ich wahr? Man kann es «sich ablenken» nennen. Ich nenne es «Inspirationen nutzen».

Neurobiologisch betrachtet entwickeln sich kreative Ideen, während das Gehirn bestehendes Wissen und Impulse von aussen (eben Inspirationen) neu kombiniert. Inspirationen zielen auf die rechte, kreative Hirnhälfte. Diese hilft nun bei der Suche nach einer Lösung. Zudem rücken die Eigenschaften der linken Hirnhälfte, nämlich das kritische Denken und die «Nein, geht nicht»-Einstellung in den Hintergrund.

Wird die Aufmerksamkeit bewusst auf etwas anderes, eben zum Beispiel auf die Umgebung gelenkt, entwickelt das Hirn neue kreative Kapazitäten. Und plötzlich gelingt es, eine bestimmte Inspiration mit dem Thema zu verknüpfen und so zu einer Idee zu kommen. Die Herausforderung, die man zu lösen hat, ist aber immer noch im Hinterkopf. Durch Inspirationen tricksen wir unseren Verstand aus und durchbrechen unser «Gärtlidenken». Wir sensibilisieren unsere fünf Sinne und lassen letzten Endes alte Muster los.

Vom Elefanten inspiriert

Um den gezielten Umgang mit Inspirationen zu verdeutlichen, erzähle ich hier die Geschichte, wie ich im Jahr 2000 zum Firmennamen meiner Agentur kam. Ich wusste, dass der Name «pink» enthalten sein musste, hatte aber einfach keine zündende Idee für eine originelle Wortkombination. Je mehr ich darüber nachdachte, umso schwieriger wurde es. Um inspiriert zu werden, blätterte ich bewusst in einer Zeitschrift. Ich sagte mir: «Hier findest du die gewünschte Lösung.» Nach und nach schwirrten Wortkombinationen wie Pink Mercedes, Pink Beauty, Pink Eukalyptus, Pink Women, Pink Punk, Pink Wolke in meinem Kopf herum. Schliesslich sah ich in der Zeitschrift ein Inserat, welches für Zigaretten mit dem Namen „Pink Elephant“ warb. Meine Gedanken wiederholten diesen Markennamen immer und immer wieder. Ich hatte nun Bilder mit einem pinken Elefanten im Kopf, der die Werbebranche umkrempelt und für Aufmerksamkeit und Neugierde sorgt. Und so war mein Firmenname «p.i.n.k.elefant» geboren.

Die Zeitschrift hat also meine Glühbirne, mein Helferlein, bewusst aktiviert. Dieses Beispiel zeigt, dass überall Inspirationen zu finden sind, ob am Arbeitsplatz oder sonst wo. Man muss einfach bewusst «über den Tellerrand» blicken, oder anders formuliert: «think outside the box».

Quellen

  • Magazin «Direct point», Ausgabe «Wecke deine Kreativität!» (Juni 2020)

Playful Leader sind als Hofnarren unverzichtbar

Lesedauer: 4 Minuten

Führungsmethoden gibt es so viele wie Sand am Meer. Es geht immer darum herauszufinden, wie man die Mitarbeitenden führt, damit diese motiviert und engagiert arbeiten können. Doch braucht es immer neue Methoden, die zwar in der Theorie super erscheinen, aber in der Praxis nie angewendet werden?

Ich sage Nein! Was wir in Zukunft brauchen, sind Playful Leader, die mit einfachen und schnell implementierbaren Massnahmen, den Spielgeist in den Unternehmen fördern und so das volle Potenzial der Mitarbeitenden nutzen, indem sie zum Beispiel ihr kreatives Denken anregen.

Es reicht also nicht, wenn ein Unternehmen den Mitarbeitenden einen Töggelikasten, ein Dartspiel oder einen Flipperkasten zur Verfügung stellt. Oder wenn Arbeitsplätze zu Spielwiesen werden oder Briefkästen für Verbesserungsvorschläge aufstellt werden. Der Mensch ist per se ein Gewohnheitstier. Und wenn er wie bisher nach der Angst- und Fehlerkultur lebt, wird sich in seinem Verhalten auch wenig ändern. Nehmen wir das Beispiel eines bevorstehenden Zahnarzttermins. Kurz vor dem Termin gibt man sich wieder speziell Mühe, die Zähne besser zu putzen. Schliesslich will man vom Zahnarzt keine Standpauke hören (Stichwort Angstkultur). Nach dem Zahnarzttermin, bei welchem alles problemlos verlief, verfällt man wieder den alten Mustern und nimmt es mit der Zahnhygiene nicht mehr so genau.

Durch Spielkultur alte Gewohnheiten loswerden

Ähnlich verhält es sich bei Unternehmen, die von Playful Work reden und die Büros zu Spielwiesen machen. Zu Beginn werden die neuen «Spielsachen» von den Mitarbeitenden rege genutzt, aber schon nach kurzer Zeit werden sie wieder von den alten Gewohnheiten und Abläufen eingeholt.

Es braucht also ein Vorbild, einen Inspirator*; einen Playful Leader, wie etwa die Animatoren* in den Ferienhotels oder der Fitnesstrainer* im Fitnesscenter. Ein Playful Leader muss ein Team, eine Abteilung immer wieder inspirieren und neue Denkanstösse geben. Nur so können die Mitarbeitenden aus den gewohnten Mustern ausbrechen.

Es macht fast den Anschein, als wenn das Spiel nichts bringen würde, sofern es nicht von allein stattfindet. Dem ist aber nicht so. Im Spiel (egal ob angeleitet oder aus eigenem Antrieb) lernt man seine Teamkollegen* anders und besser kennen. Zusätzlich werden automatisch Hierarchien abgebaut. Im Endeffekt bringt der Playful Leader die Menschen durchs Spiel zu kreativem Denken, indem er Eigenschaften aus der Kindheit wiederaufnimmt (z. B. Unvoreingenommenheit, Mut oder Fantasie). Diese Denkweise bringt einen Mehrwert für ein Unternehmen, da die Mitarbeitenden mit der Zeit lernen, selbst über den Tellerrand zu schauen und Strukturen und Prozesse zu hinterfragen.

Wer hat das Zeug zum Playful Leader?

Stellt sich jetzt die Frage: Wer soll in einem Unternehmen die Rolle des Playful Leaders übernehmen? Es stehen viele Personen oder Abteilungen zur Auswahl: der CEO selbst, das HR, oder direkt eine eigene Playful Abteilung. Bei einem kleineren Unternehmen genügt vielleicht der CEO oder die HR-Person, die diese Rolle übernimmt. Bei grösseren Firmen braucht es mehrere Playful Leader mit den entsprechenden Eigenschaften (siehe Kasten). Wichtig ist schlussendlich nicht, wer die Playful Leader Rolle übernimmt, sondern dass jemand sie übernimmt und man als Unternehmen die Relevanz und Notwendigkeit eines Playful Leaders sieht.

 

 

Ich als Playful Leader

Ich habe eine Wunschglocke im Büro und dort sollen meine Mitarbeitenden ihre Wünsche (privat oder fürs Geschäft) in Form von Notizen reinlegen. Und zwar immer wieder, wochenlang, monatelang. Irgendwann ist dann der Zeitpunkt da, ich rufe das Team zusammen und wir schauen gemeinsam, welche Wünsche in Erfüllung gegangen sind. So gebe ich den Mitarbeitenden das Gefühl, dass dieses Spiel erfolgreich war. Damit die Wunschglocke nicht schon nach wenigen Tagen in Vergessenheit gerät, muss ich als Playful Leader immer wieder den Anstoss geben. So stecke ich demonstrativ meinen Wunschzettel vor ihren Augen in die Glocke oder erinnere sie regelmässig daran. Das ist die Rolle von einem Playful Leader oder Inspirationsmanager*.

Ich «verordne» das Spiel aber auch dann, wenn ich das Gefühl habe, dass meine Mitarbeitenden wieder einen Kreativitätsschub brauchen. Ich drückte ihnen mal alte Taschenbücher in die Hand, Mickey Mouse und Donald Duck. Wer erinnert sich noch daran? Ich gab ihnen Zeit, sich etwas Kreatives auszudenken, egal was. Nach fünf Minuten hatte ich drei verschiedene kreative Geschichten und keine hatte etwas mit dem Inhalt zu tun.

Ähnlich verhält es sich mit dem Flipperkasten im Büro. Ich muss meine Mitarbeitenden bewusst zum Spiel aufrufen oder einen entsprechenden Anreiz schaffen. So darf der Gewinner zum Beispiel, den Ämtliplan für nächste Woche aufstellen.

Es reicht also nicht aus, Spielräume zu schaffen oder «Spielsachen» zur Verfügung zu stellen. Es braucht eine Person, die genau weiss, wie sie ihre Mitmenschen inspirieren und zum Spiel motivieren kann. Das ist keine Hexerei. Das ist Playful Work.

Quellen