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Playful Work gegen festgefahrene Muster

Lesedauer: 4 Minuten

Spielen in Unternehmen als neuer Führungsstil? Das klingt im ersten Moment merkwürdig. Playful Work verspricht jedoch so einiges, angefangen beim Ignorieren von Fahrplänen. Was das bedeutet, erklären wir dir in diesem Beitrag: die Playful Work-Information aus erster Hand.

(K)eine Fahrt ins Blaue

Playful Work ist eine spielerische Herangehensweise an Herausforderungen und Aufgaben in Unternehmen. Durch das Spielen lenken wir uns vom eigentlichen Thema ab (out-of-the-box) und kommen so schneller und unbefangener zu umsetzbaren Lösungen oder Ideen. Das Spiel versetzt uns Erwachsene wieder zurück in die Kindheit, als wir auf der grünen Spielwiese noch alles durften. Schliesslich mussten wir als Kind ja viele neue Erfahrungen sammeln. Bereits ab dem Kindergarten werden wir jedoch immer mehr und mehr in Strukturen gedrängt. Die freie Spielwiese verwandelt sich also mit zunehmendem Alter zu einem Fahrplan mit Leitplanken, Anordnungen, Anweisungen und Stopps.

Ein Fahrplan im herkömmlichen Sinne lässt praktisch keine Freiheiten mehr zu. Man muss ihn studieren und sich an seine Vorgaben halten. Auch im Job gibt es unzählige Fahrpläne, nach denen man sich richten muss. Das blockiert das Gehirn; das freie und spielerische Denken ist nicht mehr möglich. Unser Hirn hat sich so an die Strukturen gewöhnt, dass es die vorgegebenen Fahrpläne in- und auswendig kennt. Weshalb sollte man also andere, neue Wege gehen? Schliesslich könnte man sich auf diesen verirren und wer will das schon? Sich nicht an den Fahrplan zu halten, könnte unbequem sein und vom Umfeld als nicht effektiv angeschaut werden.

Raus aus der Komfortzone

Playful Work hilft, Fahrpläne auf die Seite zu schieben, die antrainierten Muster und Strukturen loszulassen und die eigene Komfortzone zu verlassen. Mit dem Effekt, dass man eben wieder auf neue und andere Lösungsansätze und Ideen kommt.

Wir leben und denken oft in Strukturen und Mustern. Playful Work bricht solche Muster bewusst. Man gelangt schneller zu Lösungen.

Playful Work bringt zudem folgende Vorteile:

  • Spielen macht Spass. Spass macht glücklich und Glück ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung unserer Gesundheit und unseres Seelenfriedens.
  • Dieser Spass öffnet auch neue Horizonte und lässt das kreative Denken entfalten. Wenn ein Unternehmen dies zulässt, bleiben Mitarbeitende motiviert.
  • Das Spielen verbindet auch. Das stärkt den Zusammenhalt eines Teams und lässt das viel zitierte Wir-Gefühl entstehen.
  • Das führt auch dazu, dass Konkurrenzkämpfe und Generationen- und Genderthemen bewusst ausgeblendet werden. Beim Spiel werden Hierarchien abgebaut, kein Ego-Kampf ist mehr zu spüren.
  • Wir leben und denken oft in Strukturen und Mustern. Die Kreativität, die durch das Spiel entsteht, bricht solche Muster bewusst. Man gelangt schneller zu Lösungen.
  • All diese positiven Effekte vom Spiel – oder Playful Work – bringt uns schliesslich in den Flowmodus.

Playful Work ist eine Umprogrammierung des angewohnten Denkens. Ich nenne es auch Spielkultur. Im Gegensatz zur Fehler- und Lernkultur, lässt die Spielkultur Menschen wieder aufblühen und ihre alten Angst- und Denkmuster vergessen. So werden die Motivation und das Engagement in einem Unternehmen gesteigert.

Wenn Menschen miteinander spielen (z. B. an einem Flipperkasten oder in Form eines Rollenspiels), entsteht einerseits in kurzer Zeit eine Durchlüftung im Hirn, andererseits wird die kreative Hirnhälfte aktiviert. Dadurch, dass die Menschen im Spielmodus sind, wird das Miteinander gefördert und so können unglaublich schnell neue Ideen umgesetzt oder Aufgaben gelöst werden. 

Playful Work – der Fahrschein zum Erfolg

  • Playful Work darf nicht von oben herab befohlen werden; das bringt Mitarbeitende in eine Abwehrhaltung.
  • Playful Work verfolgt das Ziel eines hierarchielosen Prozesses. Chef* und Mitarbeitende treffen sich auf Augenhöhe.
  • Spezielle Einrichtungen alleine bringen nicht automatisch Playful Work mit sich. Wir sind Gewohnheitstiere. Es braucht immer wieder neue spielerische Inputs.
  • Auch Prozesse, Dokumente und Regelungen kann man in ein Spiel verwandeln. Dabei ist wichtig: Das Spiel sollte konsequenterweise in allen Bereichen und Ebenen gelten und verinnerlicht werden.

Höchste Zeit, auf den Zug aufzuspringen

Playful Work sowie die Spielkultur werden unsere Arbeit in den nächsten Jahren prägen. Nur so ist man in der sich immer schneller verändernden Welt (Stichwort VUCA) resilient genug und es entstehen nachhaltigere und gesündere Arten von Unternehmenskulturen. Schliesslich nimmt unsere VUCA-Welt keine Rücksicht auf bestehende Fahrpläne.


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