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Weniger ist mehr

Lesedauer: 4 Minuten

Bei vielen Unternehmen ist die Kommunikation ein komplexes Gebilde. Das muss nicht sein, würde es nach mir gehen. Mit einer Geschichte vereinfachst du deine Kommunikation, damit sie sogar ein Kindergartenkind verstehen würde. Kommuniziere so simple, als wäre dein Unternehmen, Produkt oder deine Dienstleistung ein Brot. Ja, richtig gelesen, ein Brot.

In meiner beruflichen Laufbahn habe ich bereits für die unterschiedlichsten Unternehmen Beratungsmandate übernommen. Eins habe ich dabei immer und immer wieder festgestellt: Es gibt hunderte Formulare und Dokumente pro Projekt, die so komplex sind, dass die wenigsten Menschen sie verstehen. Ich frage mich, wieso das so ist. Der einzige Grund, der mir einfällt, ist, dass die Grundfrage vor lauter Komplexität und Details nie in Frage gestellt wird. Niemand versteht die vorliegenden Dokumente und zweifelt sie somit auch nicht an. Mein Team und ich verbringen dann Stunden damit, diese Dokumente durchzusehen. Wir versuchen herauszufinden, wo die eigentliche Herausforderung des jeweiligen Mandates liegt. Meistens befindet sich diese gar nicht dort, wo sie die Kund*in vermutet. Entweder müssen vor der Bearbeitung des eigentlichen Problems noch Zwischenschritte erledigt werden, damit man sich überhaupt erst an das von der Kund*in geschilderte Problem wagen kann. Oder die Herausforderung liegt in einem komplett anderen Gebiet. Beides habe ich bereits erlebt.

Ein Minimum an Seiten

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass noch bis vor ungefähr zehn Jahren ein schriftliches Briefing aus mindestens 20 Seiten bestehen musste. Unter dieser Seitenanzahl wurde dem Dokument keine bis wenig Beachtung geschenkt. Man war der festen Überzeugung, dass es mehr Argumentationen brauche, warum das Projekt durchgeführt werden sollte. Mir kam das oftmals so vor wie Lobbyismus bei einer Abstimmung oder Wahl. Je mehr Argumentationen für die Initiative oder die Kandidat*in desto besser. Diese Überflutung an Informationen, Wörter und Dokumenten macht unseren Alltag nur schwierig, mühsam und die Freude an der Arbeit verfliegt. Mein Team und ich vertreten stets das Motto «Weniger ist mehr». Innerhalb einer Minute solltest du die Sachlage erläutern können. Schaffst du das nicht, hast du den Kern deines Projektes oder Anliegens nicht verstanden.

So einfach wie Brot backen

Ein Beispiel: Eine Bäcker*in möchte, dass ich ihr helfe, richtig über ihre Backwaren zu kommunizieren. Dies gestaltet sich nicht besonders schwierig, da ich das Thema (hier Brote, Croissants und Plunderstücke) gut kenne. Jede*r kennt das Sortiment einer Bäcker*in, somit wird die Kommunikation darüber keine Hexerei sein. Jetzt stell dir die gleiche Situation vor, nur mit einer Kund*in, die über CO2, Zahnimplantate oder eine wissenschaftliche Studie kommunizieren will. Selbstverständlich kann mir die Kund*in eine Zusammenfassung über das Thema aushändigen, damit ich einigermassen Bescheid weiss. Auf Dauer wird das jedoch nicht funktionieren. Die Kund*in und ich müssen uns auf einer gemeinsamen Ebene treffen. Wir müssen gleich viel vom Thema verstehen. Du fragst dich jetzt wie das gehen soll? Ganz einfach: mit einer Geschichte. In Playful Workshops erarbeite ich mit der Kund*in und ihrem Team eine Geschichte. Ähnlich wie ein Märchen der Gebrüder Grimm. Solche Geschichten kennen wir alle aus unserer Kindheit. Einfacher auf einen gemeinsamen Nenner kommen? Geht nicht.

Die Geschichte soll so simpel sein, dass sie ein Kindergartenkind verstehen würde. Das ist ein schwieriges Unterfangen, da viele Unternehmen nicht wissen welche Informationen sie weglassen können und dürfen. In unserem Kopf schwirren täglich hunderte komplexe Gedanken umher. Diese so zu vereinfachen, dass nur noch das Wichtigste bleibt, ist eine Handwerk. Genau da komme ich ins Spiel. Meine Aufgabe bei den Playful Workshops ist es, alles zu eliminieren, was nicht relevant ist. Ich gestalte die Kommunikation pragmatisch einfach, sodass alle das Gleiche verstehen können. Weniger ist eben mehr. Natürlich sind die Details auch von Bedeutung. Sie werden lediglich in einem späteren Schritt berücksichtigt. Vergleichbar mit den Zutaten für ein Brot. Nach und nach gibst du die einzelnen Zutaten in den Teig. Du wirfst nicht von Anfang an alles in eine Schüssel.

In der Einfachheit liegt die Kunst

Wir Menschen sollten wieder lernen pragmatisch zu denken. Viele haben bei einer A4-Seite Briefing das Gefühl, dass die Absender*in faul war. Nein, ganz im Gegenteil. Wenn jemand in der Lage ist 30 oder mehr Seiten auf einer Seite so zu erklären, dass der Inhalt und die Aufgabenstellung für alle klar ersichtlich sind, dann hat er oder sie den Auftrag sehr gut erledigt und verstanden worum es geht (Kern). Die Person weiss, worauf der Fokus zu legen ist. Genau diese pragmatische Arbeitsweise schafft wertvolle Zeit, denn wer nimmt sich in der heutigen stressigen Welt noch die Zeit, ein Dossier mit mehr als 30 Seiten zu lesen?

Ein Unternehmen, eine Geschichte

Lesedauer: 4 MinutenDu weisst genau, was dein Unternehmen einzigartig macht. Doch wie kommunizierst du diese Einzigartigkeit nach aussen, damit sie auch alle anderen erkennen? Wenn es nach mir gehen würde, ist die Antwort auf diese Frage simpel: mit einer Geschichte. Nein, nicht die Gute-Nacht-Geschichte, die du als Kind vorgelesen bekommen hast. Oder vielleicht doch?

Kommunikation bildet die Brücke zwischen Menschen und Unternehmen. Sie ist vielfältig, herausfordernd und ein essenzielles Werkzeug für den Lern- und Entwicklungsprozess eines jeden Menschen. Die Kunst der Kommunikation liegt darin, Botschaften so zu vermitteln, dass sie klar, pragmatisch und einfach sind. Jede*r Empfänger*in soll die Botschaften erfassen können.

Ich habe bereits für viele Unternehmen gearbeitet. Dabei ist mir oftmals aufgefallen, dass die Kommunikationsabteilung in der Geschäftsleitung nicht vertreten ist. Bis vor einiger Zeit war die Kommunikation für ein Unternehmen nicht von grosser Wichtigkeit. Durch die Digitalisierung hat sich das jedoch geändert. Dank den sozialen Medien und der dadurch entstandenen weltweiten Vernetzung hat die Kommunikation, die bis anhin primär als Luxus angesehen wurde, stark an Bedeutung gewonnen. Unternehmenskommunikation ist sowohl für KMU als auch für Grossunternehmen nicht mehr wegzudenken. Ohne Kommunikation kann ein Unternehmen seine Einzigartigkeit, Nachhaltigkeit, Botschaften und Geschichten nicht mit dem Rest der Welt teilen.

Eine einheitliche Geschichte

Früher hatte die HR-Abteilung eine Geschichte, die sie einer/einem potenziellen Mitarbeitenden beim Vorstellungsgespräch über das Unternehmen erzählte. Die Marketing-Abteilung erzählte bei der Vermarktung der Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens eine ganz andere Geschichte. Es gab also bereits zwei verschiedene Geschichten über das gleiche Unternehmen. Verwirrung bei den Mitarbeitenden und Kund*innen war vorprogrammiert. Damit diese Verwirrung gar nicht erst aufkommt, muss die Kommunikationsabteilung in der Geschäftsleitung präsent sein. Es braucht die Corporate DNA (Quelle: press No 2), damit alle von der gleichen Geschichte und den gleichen Meilensteinen sprechen.

Zwei Beispiele:

Nehmen wir als Begriff «rot». Die erste Person denkt an eine Erdbeere, die zweite an einen Lippenstift, die dritte an Coca-Cola und die vierte an einen Ferrari. Die Kommunikationsabteilung soll jetzt einen gemeinsamen Nenner (eine Geschichte) finden. Natürlich, der ist «rot», aber welches Rot genau?

Jede von uns kennt sicherlich das Kinderspiel Stille Post oder Flüsterpost. Die erste Person flüstert der zweiten Person folgenden Satz ins Ohr: «Ich habe einen roten Ferrari.» Nach zehn weiteren Personen kommt ein vollkommen anderer Satz heraus: «Ich fahre das rote Auto meiner Freundin.» Das ist nicht die gleiche Geschichte.

Damit solche Missverständnisse nicht entstehen, muss die Unternehmenskommunikation einen Sitz in der Geschäftsleitung innehaben. Die Erarbeitung einer Geschichte gehört in die Organisationsentwicklung. Grundsätzlich ist das HR für diesen Bereich zuständig. Dennoch gehört die Kommunikationsabteilung von Anfang an mit ins Boot. Sie müssen schlussendlich wissen, wie sie das Unternehmen intern und extern optimal zu positionieren haben. Ist die Kommunikation von Tag eins mit an Bord, in die Diskussionen involviert, kann mitwirken- und entscheiden, ist ihr Commitment zum Unternehmen viel grösser.

Der Vernetzung sei dank

Einst waren interne und externe Kommunikation auf mehrere Abteilungen aufgeteilt. Man sah den Zusammenhang/die Vernetzung dazwischen nicht. Genauso entstanden auch unterschiedliche Geschichten des gleichen Unternehmens. Heutzutage ist das Verständnis, dass die interne Kommunikation nicht ohne die externe funktionieren kann und umgekehrt, da, aber noch lange nicht selbstverständlich. Um seine Geschichte erfolgreich zu transportieren, ist die Vernetzung der beiden unumgänglich. Die Geschichte muss je nach Zielgruppe auf dem entsprechenden Kanal (z. B. Newsletter, soziale Medien, Intranet etc.) ein wenig angepasst werden. Eins ist jedoch immer gleich: Jeder Mensch will mit einer emotional differenzierten Geschichte abgeholt werden.

Keine Entwicklung ohne Kommunikation

Unternehmenskommunikation und Organisationsentwicklung agieren in einer Wechselbeziehung. Keine Entwicklung ohne die richtige Kommunikation. Ohne Kommunikation kein Verständnis für die anstehende Entwicklung. Entwicklung bedeutet immer Veränderung. Alles wird einfacher und doch komplexer. Drehst du an einem Zahnrad hat es Auswirkungen auf das nächste. Der Entwicklungs- und Transformationsprozess in einem Unternehmen funktioniert genau gleich wie eine Zahnradkette. Eine Entscheidung beeinflusst eine andere und die wiederum die nächste, bis in die Unendlichkeit. Genau bei diesen Auswirkungen müssen die Mitarbeitenden jederzeit kommunikativ begleitet werden. Es genügt nicht, einmal über die Geschichte und Botschaft zu informieren. Es ist ein stetiger Prozess. Durch diese Stetigkeit verstehen die Mitarbeitenden den Sinn dahinter und sie identifiziert sich mehr mit dem Unternehmen. Es geht immer um das Unternehmen, den Menschen, das Lernen und Entwickeln. Bereits in der Grundschule lernen wir, wir entwickeln uns und wir kommunizieren. Ohne Kommunikation und Geschichten können wir uns nicht weiterentwickeln.

In einem Unternehmen gibt es unzählig viele Zahnräder, die auf einander angewiesen sind, um zu wirken. Ein Grossteil dieser Zahnräder ist von der Kommunikation abhängig. Ohne die Kommunikation können sie nicht funktionieren und das Unternehmen kommt über kurz oder lang zum Stillstand. Anders ausgedrückt: Lasst die Kommunikationsverantwortliche in die Geschäftsleitung.

Kommunikation – Das Erfolgsrezept für Verkäufer*innen

Lesedauer: 4 MinutenKommunikation könnte man quasi als Fass ohne Boden bezeichnen. Jede Situation bedingt einer ganz eigenen Kommunikation: diplomatisch, emphatisch, energisch, bestimmt – es ist eine wahre Kunst Situationen zu antizipieren und genau das richtige Gespür zu haben, welche Aktion oder Reaktion gerade angebracht ist. Verkäufer*innen sind Menschen, die ein solches Fingerspitzengefühl auf jeden Fall besitzen.

Wer kennt es nicht, eigentlich wollte man gar nichts kaufen und trotzdem läuft man eine halbe Stunde später mit einer Tüte aus dem Geschäft. Da hat jemand einen sehr guten Job abgeliefert. Schlechtes Gewissen oder Schuldgefühle haben, sollten wir deswegen nicht. Denn im besten Falle hat uns der/die Verkäufer*in emotional berührt oder durch eine Geschichte so abgeholt, dass wir nicht widerstehen konnten. Nur Achtung: Es gibt immer einen feinen Unterschied zwischen aus einem guten Gefühl heraus etwas zu kaufen oder sich etwas aufschwatzen lassen. Die eigentliche Frage lautet: Warum passiert uns das so oft?

Eine Frage der Kommunikation

Hast du dir schon mal überlegt, wie stark Kommunikation und Verkauf ineinander verwebt sind? Ich vermute, viele würden sagen: wahrscheinlich nicht wirklich. Es ist logisch, dass Verkäufer*innen irgendwie kommunizieren müssen, um ein Produkt oder eine Dienstleistung an den Mann oder die Frau zu bringen, aber es geht eben nicht nur darum eine Information zu vermitteln, sondern auch um das ganze Drumherum.

Wissen ist Macht

Wer jemanden von etwas überzeugen oder zu etwas inspirieren will, muss zu hundert Prozent sattelfest sein, wenn es um die Materie geht. Verkäufer*innen müssen demzufolge sowohl das Unternehmen, das sie vertreten als auch das Produkt oder die Dienstleistung, die sie verkaufen wollen, wie ihre eigene Westentasche kennen. Nur so ist es ihnen möglich in ihrem Portfolio genau das zu finden, was sie potenziellen Kund*innen anbieten könnten.

Lügen haben kurze Beine

Wissen ist in diesem Falle aber nur die halbe Miete. Mindestens genauso wichtig ist der Umgang mit Kund*innen durch eine/n Verkäufer*in. Wir Menschen haben meist ein gutes Gespür dafür, ob es jemand gut und ehrlich mit uns meint oder eben nicht. Deshalb lautet für Verkäufer*innen die Devise: ehrlich, transparent und authentisch sein. Es gilt das Vertrauen der Kund*innen zu gewinnen und sie nicht mit Lügen zum Kauf zu überreden. Wer es schafft, eine Vertrauensbasis zu erschaffen, kann im Gegenzug mit Loyalität und Treue rechnen.

Zwischen den Zeilen

Nebst einem glaubwürdigen Auftreten und ehrlichen Aussagen, ist es auch wichtig für Verkaufspersonal ihren Kund*innen zuzuhören und möglichst viel vom Subtext, also allen Dingen, die nicht explizit gesagt werden, zu verstehen. Dadurch können sich Verkäufer*innen besser auf Kund*innen einlassen und damit auch gezielter beraten.

Never give up

Wenn es mal nicht zum Abschluss kommen sollte, ist das kein Weltuntergang. Wahrscheinlich war es dann einfach der falsche Zeitpunkt. Verkäufer*innen müssen trotzdem hartnäckig bleiben und versuchen, auch aus diesen Gesprächen etwas zu lernen. Nächstes Mal, wenn der Zeitpunkt der richtige ist, wird es bestimmt funktionieren. Andersherum ist es, wenn ein Kauf stattfindet, dann darf sich das Verkaufspersonal nicht auf den Lorbeeren ausruhen, denn auch hier gilt: Nach dem Kauf ist vor dem Kauf. Oft wird eine Nachbetreuung von Kund*innen sehr geschätzt. Dies hilft, das Vertrauen aufzubauen und resultiert im besten Falle darin, dass bestehende Kund*innen einen Service oder ein Produkt weiterempfehlen. Und natürlich selber auch wieder einkaufen.

Consument is king

Ja, das mag phrasenhaft und inhaltsleer klingen, so oft wie es schon gebraucht wurde, mindert aber trotzdem nicht den Wahrheitsgehalt dieser Aussage. Am Ende entscheiden immer noch die Kund*innen, ob sie etwas kaufen wollen oder eben nicht. Verkäufer*innen haben insofern einen Einfluss, als dass sie all die vorher genannten Schritte befolgen, um eine möglichst grosse Chance auf einen Abschluss zu bekommen. Dabei sollte die Entscheidung möglichst nie vom Preis abhängig gemacht werden. In der Realität sieht das selbstverständlich oft ganz anders aus. Es kommt immer stark darauf an, um welches Produkt oder welche Dienstleistung es sich handelt.

Ein guter Rat zum Schluss

Nun habe ich fast schon einen Leitfaden verfasst, wie gute Verkäufer*innen sein sollten. Dabei sollte der Kerngedanke aber nicht vergessen werden: Verkaufen ist eine hohe Kunst der Kommunikation. Verkäufer*innen müssen so viele Ebenen der Kommunikation perfekt aufeinander abstimmen, damit schliesslich ein Geschäft mit den Kund*innen zustande kommt. Und nicht vergessen: Es kommt nicht nur darauf an, was jemand sagt, sondern auch wie diese Person es sagt. Wie mein Opa immer zu sagen pflegte: C’est le ton qui fait la music. Und damit lag er goldrichtig.

Quellen

Kunst im Raum, Kunst am Bau

Lesedauer: 6 MinutenWie schon der Philosoph und Psychoanalytiker Paul Watzlawick sagte: «Man kann nicht nicht kommunizieren.» Gut, das ist zwar in Bezug auf die Menschen gemeint, aber ich münze das jetzt mal um und wage zu behaupten, dass das auch genauso gut für Kunst im Raum oder am Bau gelten könnte.

Die Kommunikation der Objekte

Natürlich kommuniziert nicht jedes Gebäude oder jeder Raum gleich mit uns, aber manche tun dies eben doch auf ganz besondere Weise: Stell dir vor, du gehst in ein Kunstmuseum mit vielen Installationen wie im Tinguely Museum oder du stehst in Barcelona vor der Sagrada Familia. Vielleicht schlenderst du auch gemütlich über die Rialto Brücke oder bestaunst von einem Schiff aus die Freiheitsstatue in New York. Zu all diesen Objekten, egal ob Statue, Bauwerk, malerisches Kunstwerk usw. fühlen wir uns hingezogen. Wir bestaunen sie und lassen sie auf uns wirken. Solche Objekte strahlen eine ganz besondere Energie aus, sie inspirieren und berühren uns. Entweder spricht das Kunstwerk direkt zu uns oder wir überlegen uns, was es uns sagen will. Schon findet eine ganz eigene Art von Kommunikation zwischen uns Menschen und den Kunstwerken statt. Es muss nicht immer ein Bauwerk oder ein Gemälde sein, welches zigtausende Menschen anzieht. Es geht einzig darum, was das Kunstwerk für eine Resonanz in uns selbst auslöst.

Kommunikation mit allen Sinnen erleben

Warum ist diese Art von Kommunikation für uns Menschen wichtig? Um das zu verstehen, müssen wir uns die Kommunikation und die sensorische Wahrnehmung etwas genauer ansehen.

Unter der sensorischen Wahrnehmung versteht man das Empfinden mittels einer oder mehrerer Sinnesorgane:

  • Sehen, visuell
  • Riechen, olfaktorisch
  • Hören, auditiv
  • Schmecken, gustatorisch
  • Tasten, taktil

Jede Gesellschaft hat beispielsweise ihr ganz eigenes Kommunikationssystem. Dies beinhaltet unter anderem die Sprache. Damit wir überhaupt wahrnehmen können, was jemand sagt, brauchen wir den Hörsinn, ansonsten würden wir die gesprochene Sprache nicht verstehen. Demzufolge besteht zwischen den Sinnen und der Kommunikation ein enges Verhältnis, welches jedoch nicht symmetrisch verläuft: Die sensorische Wahrnehmung funktioniert ohne die Kommunikation, umgekehrt ist das aber nicht der Fall. Ein kleines Beispiel dazu: Wir können unsere Umgebung mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen, ohne dass wir alles, was wir sehen, benennen können. Eine unbekannte Pflanze können wir sehen (visuell), an ihr riechen (olfaktorisch), sie anfassen (taktil) oder sie sogar essen (gustatorisch) und dafür brauchen wir keine Kommunikation. Umgekehrt würde das nicht funktionieren: Ohne die fünf Sinne könnten wir uns gar kein Bild von etwas machen. Es wäre fast so, wie einer blinden Person erklären zu wollen, was die Farbe Blau ist.

Räume und Gebäude mit emotionalem Wert

Meist sind es alte Gebäude oder Kunstwerke, die schon viele Geschichten erlebt haben und auch viele Geschichten erzählen. Entweder haben wir uns über die historische Geschichte informiert oder aber wir ersetzen die Geschichte durch unsere eigene Interpretation. Das sollte aber nicht nur bei Objekten sein, die es schon lange gibt. Vielmehr sollte die Interpretation zur Regel werden: Im Grundsatz heisst das, dass jeder Raum, jedes neu erschaffene Gebäude nicht nur ein Raum oder eben ein Bauwerk, sondern auch ein Kommunikationsinstrument sein sollte. Jede*r Künstler*in hat eine bestimmte Vorstellung, eine eigene Idee und Vision davon, wie das neu geschaffene Objekt aussehen soll und wieso es genau so aussehen soll. Dabei wird immer die Gefühlswelt, also die Emotionen, der Menschen angesprochen. Architekt*innen beispielsweise sollten diesen Aspekt bei ihren Planungen nicht ausser Acht lassen. Wenn sie dies nicht beachten, könnte das zur Folge haben, dass ihre Objekte keinen emotionalen Wert besitzen; es sind dann einfach nur Nutzobjekte, die auch nur als solche wahrgenommen werden. Ein gutes Beispiel dafür sind grosse Überbauungen oder Siedlungen, die im Schnelltempo aus dem Boden gestampft wurden. Gebäude oder gar ganze Stadtteile, die aus reiner Funktionalität heraus entstanden sind, um z. B. möglichst vielen Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben usw. Bei diesen Objekten fehlen jedoch der Sinn und die Vision eines Künstlers oder einer Künstlerin. Das ist sehr schade.

Objekten eine Seele einhauchen

Ich erlebe diese ganz spezielle Kommunikation zwischen Mensch und Bauwerk im Tarrot Garten von Niki de St. Phalle in der Toscana. Für mich ist dieser Garten immer wieder der Himmel auf Erden. Er bereichert meine Fantasie, schenkt mir Energie, erinnert mich an das kindliche Spiel, aber auch an die Bedeutung der Tarrotkarten. Ich schmecke den Geruch der Toscana, die wahnsinnige Hitze, die Weite, die Meeresluft und den Wind. Alle meine fünf Sinne werden geweckt und aktiviert. Dieser Garten berührt mich tief in meinem Herzen. Er erfüllt und nährt mich. Hier kann ich meine Seele baumeln lassen, auftanken und mich beflügeln lassen. Genau diese Gefühle will ich ebenfalls so weitergeben, wenn ich an der Planung eines Raumes oder Gebäudes mitbeteiligt bin. Menschen wollen berührt werden, sie wollen der unbewussten Kommunikation folgen können. In unserem Alltagstrott ist es wichtig, dass wir vor lauter Reizen trotzdem noch manchmal – auch wenn vielleicht unterbewusst – das Gefühl von Wärme und Geborgenheit erhalten. Folglich wird Kommunikation im Raum und am Bau immer wichtiger. Es reicht beispielsweise schon, wenn an einem Gebäude ein Lichtspiel stattfindet. Das fasziniert die Menschen, inspiriert sie und bringt sie zum Lächeln. So können sie wiederum neue Energie auftanken. Es müssen Räume und Gebäude geschafft werden, die die Menschen emotional berühren und sie für einen kurzen Moment vom Alltag ablenken. Das fängt schon beim Namen von Gebäuden an: Ich finde es wichtig, dass jedes Gebäude einen eigenen Namen erhält und nicht nur mit einer Hausnummer beziffert wird, wie das in der Schweiz sehr oft gehandhabt wird. Denn durch den Namen entsteht bereits hier eine Geschichte für den Menschen.

Kunst im Raum und am Bau in Unternehmen

Was genau bedeutet Kunst im Raum oder am Bau nun für Unternehmen? Natürlich bedeutet es nicht, dass ein Unternehmen jetzt die gesamte Einrichtung, sämtliche Gegenstände, die Wandfarbe etc. verändern muss, nein. Es bedeutet, dass sich Unternehmen bewusst hinterfragen, wie ihre Räumlichkeiten aussehen und wie diese gestaltet sind.

  • Welche Farben wurden genutzt und weshalb?
  • Gibt es ein Möblierungskonzept und entspricht dieses noch dem Zeitgeist?
  • Was strahlen die Räumlichkeiten für ein Gefühl aus?
  • Wie ist der Eindruck, wenn jemand den Eingangsbereich zum ersten Mal betritt?
  • Was löst er für Emotionen aus?

Wenn man dort täglich ein und aus geht, nimmt man wahrscheinlich gar nicht mehr bewusst wahr, was ein solcher Raum in einem auslöst. Das ist auch nicht verwunderlich, denn wir sind alle Gewohnheitstiere. Es macht also durchaus Sinn, wenn Räumlichkeiten beispielsweise jungen Künstler*innen zur Verfügung gestellt würden, damit sie diese immer wieder neu gestalten. Das könnten natürlich auch Mitarbeitende übernehmen, die dafür ein gewisses Budget zur Verfügung gestellt bekämen. Auch kleine Dinge zählen: Wenn z. B. ein Sonnenstoren ausgewechselt werden muss, dann wird nicht einfach ein Ersatz bestellt, sondern Wert darauf gelegt, in welcher Farbe er ersetzt wird und aus welchem Material er besteht. Genauso gut könnten Parkplätze in verschiedenen Farben bemalt oder in der Tiefgarage ein Graffiti an die Wand gesprayt werden. Ein Unternehmen in Egerkingen hat beispielsweise ein Farbkonzept auf der Aussenseite einer Fensterfront erstellt. Fährt man nun auf der A1 zwischen Bern und Zürich, so kann man dieses Kunstwerk bestaunen: Bei der Durchfahrt kurz einen Moment Farbe einsaugen. Oder schlendert man durch die Zürcher Bahnhofstrasse, kann man etliche Schaufensterfronten bestaunen, die in wahre Kunstwerke verwandelt wurden und so zum Betreten der Lokalitäten verlocken. Wie du siehst: Kunst im Raum oder am Bau umfasst alles vom Farbkonzept über Sitzgelegenheiten, Kunstinstallationen bis hin zum Autokreisel. Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Und auch mit kleinem Budget und wenig Aufwand kann so eine neue Kommunikation entstehen.

Quellen

Round and round we go – 360° Kommunikation

Lesedauer: 4 Minuten

Wir Menschen kommunizieren ständig, auch wenn wir das eigentlich gar nicht wollen. Wenn wir es tun, können wir aber zu einem grossen Teil selbst bestimmen, was wir wie kommunizieren. Dasselbe gilt für Unternehmen. Diese entwickelten in den letzten Jahren immer mehr ein Bewusstsein dafür, wie wichtig eine kohärente Kommunikation ist. So ist auch der Ansatz der 360° Kommunikation entstanden.

Kommunikation in allen Formen und Farben

Reden, schreien, flüstern, schweigen – all das ist Kommunikation, aber Kommunikation ist noch viel mehr! Gehen wir nun einen Schritt zurück und schauen uns an, was Kommunikation überhaupt ist: Unter Kommunikation ist nämlich der Prozess der Bedeutungsvermittlung zu verstehen, der sich zwischen zwei oder auch mehreren Lebewesen abspielt. Durch den Begriff «Vermittlung» wird bereits klar, dass der Austausch immer über eine Instanz, also ein Medium, stattfindet. Dieses Medium kann vielfältige Gestalten annehmen, dazu gehören beispielsweise Gestik, Mimik, Rauchzeichen, Telefon, Film und noch viele mehr. Der Austausch ist aber keineswegs statischer Natur; bereits das blosse Verhalten zweier oder mehrerer Lebewesen aufeinander gilt als Kommunikation. Deshalb ist, wie ganz am Anfang dieses Absatzes erwähnt, Schweigen auch eine Form der Kommunikation.

Übrigens: Erfolgreich wird dann kommuniziert, wenn die Verständigung zwischen Sender*in und Rezipient*in glückt. Das heisst, ein*e Sender*in vollzieht eine kommunikative Handlung, z. B. durch das Ansprechen der anderen Person (= Rezipient*in). Diese wiederum begeht im selben Augenblick ebenfalls eine kommunikative Handlung, nämlich indem sie zuhört und versucht, die gesendete Nachricht zu entschlüsseln.

Wir verstehen nun, was zwischen einzelnen Personen geschieht, wenn sie untereinander kommunizieren. Nun sehen wir uns genauer an, wie es sich bei Unternehmen verhält und was das mit den 360° zu tun hat.

Rundum Kommunikation

Unternehmen wollen und müssen verstärkt ein Augenmerk darauf legen, wie und in welcher Form sie mit wem kommunizieren. Das betrifft sowohl alle internen (Mitarbeitende) als auch externen Personen (Kund*innen, Medien, Investor*innen usw.), die das Unternehmen anspricht. Um dieser doch nicht ganz einfachen Aufgabe Herr zu werden, gibt es den Ansatz der 360° Kommunikation oder auch der integrierten Kommunikation:

Bei diesem Ansatz geht es darum, dass sämtliche Kommunikationsaktivitäten eines Unternehmens strategisch geplant und koordiniert konzipiert sowie realisiert werden. Die Integration der Aktivitäten findet dabei auf vier verschiedenen Ebenen statt:

Zeitlich

Alle Aktivitäten müssen zeitlich aufeinander abgestimmt werden. Dazu führt man am besten eine Jahresplanung, welche man kontinuierlich aktualisiert und weiterentwickelt.
Beispiel aus der Praxis: Ein Unternehmen führt einen Redaktionsplan, in dem alle Aktivitäten sämtlicher Social-Media-Kanäle festgehalten werden.

Inhaltlich

Für jede Zielgruppe die passende Botschaft. Diese Botschaften sind klar festzulegen und auf die unterschiedlichen Kommunikationsinstrumente und -mittel zu übertragen. Dabei dürfen keine inhaltlichen Widersprüche entstehen.
Beispiel aus der Praxis: Dieselbe Botschaft muss immer wieder neu verpackt und auf die Zielgruppe sowie die Eigenheiten des Kanals angepasst werden. Konkret heisst das, dass ein Unternehmen jeweils kanalspezifische Texte, Bilder usw. aufbereiten muss.

Formal

Ein einheitliches Erscheinungsbild (gemäss Corporate Design) muss gewährleistet werden, auch wenn für jede Zielgruppe und für jeden Kanal unterschiedliche Botschaften geplant werden.
Beispiel aus der Praxis: Alle Publikationen eines Unternehmens müssen diesem eindeutig zugeordnet werden können. Dieser Wiedererkennungseffekt kann anhand des Logos, einer bestimmten Farbe, besonderen Elementen oder einem Bild passieren.

Sprachlich

Die Corporate Language, also die Sprache des Unternehmens muss bei allen Aktivitäten ersichtlich sein.
Beispiel aus der Praxis: Als Unternehmen muss man sich entscheiden, ob man eher einen lockeren Umgangston (duzen) wählt, wenn man kommuniziert oder ob man es lieber formell (siezen) halten möchte. Wichtig ist, dann immer gleich zu kommunizieren.

Wichtig bei der 360° Kommunikation ist, dass alle Personen und Abteilungen, die in irgendeiner Weise mit ihr zu tun haben, mithelfen. Sie sind im ständigen Austausch und behalten immer das grosse Ganze im Auge.

Perspektivenwechsel

Wie wir sehen, ist der klassische Ansatz der integrierten Kommunikation eine Hilfestellung, damit Unternehmen besser planen und steuern können, was sie sagen wollen. Versuchen wir nun, die 360° Kommunikation mit dem Fakt zu verbinden, dass wir Menschen von früh bis spät immer und überall kommunizieren. Folglich kann ein Unternehmen auch jederzeit mit Individuen in Kontakt treten oder eben mit ihnen kommunizieren. Das geht über Werbung im Tram, die wir meist nur aus dem Augenwinkel und eher unbewusst wahrnehmen oder durch Plakate, an denen wir vorbeiradeln. Viel offensiver können Unternehmen kommunizieren, indem sie uns Briefe nach Hause schicken oder wenn eine Verkaufsperson uns im Geschäft direkt anspricht. Diese Arten von Kommunikation sind uns allen mehr oder weniger bekannt.

Was aber wäre, wenn ein Unternehmen seine Büroeinrichtung oder seine Gebäudefassade als Kommunikationsmittel benutzen würde? Das wäre ebenfalls ein Teil einer 360° Kommunikation. Ein Unternehmen kann mit allem, was es tut, kommunizieren: Das geht vom Brief über den Onlinebanner bis hin zur Kleidung der Mitarbeitenden oder eben der Einrichtung des Eingangsbereichs. Genau diese letzteren Arten einer unbewussten Kommunikation sollte ein Unternehmen auf keinen Fall unterschätzen. Nein, Unternehmen sollten sogar anfangen, diese bewusst wahrzunehmen und aktiv damit zu spielen.

Quellen


Kunst am Bau/im Raum: DingsDA

Lesedauer: 3 Minuten

Was ist DingsDA?

Als Kind hatten wir doch alle ein Maskottchen, ein Lieblingsplüschtier, ein Symbol. Damit wir dieses Gefühl, diese Erinnerung, wieder erleben, arbeiten wir über Kunst im Raum/am Bau.

Mit DingsDA schaffen wir Objekte, die einerseits funktionell sind und andererseits eine Geschichte erzählen.

Wieso DingsDA?

Ein richtiges Wording ist wichtig. Genauso wichtig ist ein visuelles Wiedererkennungsmerkmal deines Unternehmens. Schau das Ding DA!

Nachhaltige Kommunikation ist Kunst und diese so zu vermitteln, dass sie verstanden wird. DingsDA schafft eine einzigartige und nachhaltige Kommunikation für dein Unternehmen und schmückt die Corporate DNA mit einem einzigartigen Objekt.

Zu den detaillierten Projektbeschrieben