Kommunikation – Das Erfolgsrezept für Verkäufer*innen

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Kommunikation könnte man quasi als Fass ohne Boden bezeichnen. Jede Situation bedingt einer ganz eigenen Kommunikation: diplomatisch, emphatisch, energisch, bestimmt – es ist eine wahre Kunst Situationen zu antizipieren und genau das richtige Gespür zu haben, welche Aktion oder Reaktion gerade angebracht ist. Verkäufer*innen sind Menschen, die ein solches Fingerspitzengefühl auf jeden Fall besitzen.

Wer kennt es nicht, eigentlich wollte man gar nichts kaufen und trotzdem läuft man eine halbe Stunde später mit einer Tüte aus dem Geschäft. Da hat jemand einen sehr guten Job abgeliefert. Schlechtes Gewissen oder Schuldgefühle haben, sollten wir deswegen nicht. Denn im besten Falle hat uns der/die Verkäufer*in emotional berührt oder durch eine Geschichte so abgeholt, dass wir nicht widerstehen konnten. Nur Achtung: Es gibt immer einen feinen Unterschied zwischen aus einem guten Gefühl heraus etwas zu kaufen oder sich etwas aufschwatzen lassen. Die eigentliche Frage lautet: Warum passiert uns das so oft?

Eine Frage der Kommunikation

Hast du dir schon mal überlegt, wie stark Kommunikation und Verkauf ineinander verwebt sind? Ich vermute, viele würden sagen: wahrscheinlich nicht wirklich. Es ist logisch, dass Verkäufer*innen irgendwie kommunizieren müssen, um ein Produkt oder eine Dienstleistung an den Mann oder die Frau zu bringen, aber es geht eben nicht nur darum eine Information zu vermitteln, sondern auch um das ganze Drumherum.

Wissen ist Macht

Wer jemanden von etwas überzeugen oder zu etwas inspirieren will, muss zu hundert Prozent sattelfest sein, wenn es um die Materie geht. Verkäufer*innen müssen demzufolge sowohl das Unternehmen, das sie vertreten als auch das Produkt oder die Dienstleistung, die sie verkaufen wollen, wie ihre eigene Westentasche kennen. Nur so ist es ihnen möglich in ihrem Portfolio genau das zu finden, was sie potenziellen Kund*innen anbieten könnten.

Lügen haben kurze Beine

Wissen ist in diesem Falle aber nur die halbe Miete. Mindestens genauso wichtig ist der Umgang mit Kund*innen durch eine/n Verkäufer*in. Wir Menschen haben meist ein gutes Gespür dafür, ob es jemand gut und ehrlich mit uns meint oder eben nicht. Deshalb lautet für Verkäufer*innen die Devise: ehrlich, transparent und authentisch sein. Es gilt das Vertrauen der Kund*innen zu gewinnen und sie nicht mit Lügen zum Kauf zu überreden. Wer es schafft, eine Vertrauensbasis zu erschaffen, kann im Gegenzug mit Loyalität und Treue rechnen.

Zwischen den Zeilen

Nebst einem glaubwürdigen Auftreten und ehrlichen Aussagen, ist es auch wichtig für Verkaufspersonal ihren Kund*innen zuzuhören und möglichst viel vom Subtext, also allen Dingen, die nicht explizit gesagt werden, zu verstehen. Dadurch können sich Verkäufer*innen besser auf Kund*innen einlassen und damit auch gezielter beraten.

Never give up

Wenn es mal nicht zum Abschluss kommen sollte, ist das kein Weltuntergang. Wahrscheinlich war es dann einfach der falsche Zeitpunkt. Verkäufer*innen müssen trotzdem hartnäckig bleiben und versuchen, auch aus diesen Gesprächen etwas zu lernen. Nächstes Mal, wenn der Zeitpunkt der richtige ist, wird es bestimmt funktionieren. Andersherum ist es, wenn ein Kauf stattfindet, dann darf sich das Verkaufspersonal nicht auf den Lorbeeren ausruhen, denn auch hier gilt: Nach dem Kauf ist vor dem Kauf. Oft wird eine Nachbetreuung von Kund*innen sehr geschätzt. Dies hilft, das Vertrauen aufzubauen und resultiert im besten Falle darin, dass bestehende Kund*innen einen Service oder ein Produkt weiterempfehlen. Und natürlich selber auch wieder einkaufen.

Consument is king

Ja, das mag phrasenhaft und inhaltsleer klingen, so oft wie es schon gebraucht wurde, mindert aber trotzdem nicht den Wahrheitsgehalt dieser Aussage. Am Ende entscheiden immer noch die Kund*innen, ob sie etwas kaufen wollen oder eben nicht. Verkäufer*innen haben insofern einen Einfluss, als dass sie all die vorher genannten Schritte befolgen, um eine möglichst grosse Chance auf einen Abschluss zu bekommen. Dabei sollte die Entscheidung möglichst nie vom Preis abhängig gemacht werden. In der Realität sieht das selbstverständlich oft ganz anders aus. Es kommt immer stark darauf an, um welches Produkt oder welche Dienstleistung es sich handelt.

Ein guter Rat zum Schluss

Nun habe ich fast schon einen Leitfaden verfasst, wie gute Verkäufer*innen sein sollten. Dabei sollte der Kerngedanke aber nicht vergessen werden: Verkaufen ist eine hohe Kunst der Kommunikation. Verkäufer*innen müssen so viele Ebenen der Kommunikation perfekt aufeinander abstimmen, damit schliesslich ein Geschäft mit den Kund*innen zustande kommt. Und nicht vergessen: Es kommt nicht nur darauf an, was jemand sagt, sondern auch wie diese Person es sagt. Wie mein Opa immer zu sagen pflegte: C’est le ton qui fait la music. Und damit lag er goldrichtig.

Quellen

Kunst im Raum, Kunst am Bau

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Wie schon der Philosoph und Psychoanalytiker Paul Watzlawick sagte: «Man kann nicht nicht kommunizieren.» Gut, das ist zwar in Bezug auf die Menschen gemeint, aber ich münze das jetzt mal um und wage zu behaupten, dass das auch genauso gut für Kunst im Raum oder am Bau gelten könnte.

Die Kommunikation der Objekte

Natürlich kommuniziert nicht jedes Gebäude oder jeder Raum gleich mit uns, aber manche tun dies eben doch auf ganz besondere Weise: Stell dir vor, du gehst in ein Kunstmuseum mit vielen Installationen wie im Tinguely Museum oder du stehst in Barcelona vor der Sagrada Familia. Vielleicht schlenderst du auch gemütlich über die Rialto Brücke oder bestaunst von einem Schiff aus die Freiheitsstatue in New York. Zu all diesen Objekten, egal ob Statue, Bauwerk, malerisches Kunstwerk usw. fühlen wir uns hingezogen. Wir bestaunen sie und lassen sie auf uns wirken. Solche Objekte strahlen eine ganz besondere Energie aus, sie inspirieren und berühren uns. Entweder spricht das Kunstwerk direkt zu uns oder wir überlegen uns, was es uns sagen will. Schon findet eine ganz eigene Art von Kommunikation zwischen uns Menschen und den Kunstwerken statt. Es muss nicht immer ein Bauwerk oder ein Gemälde sein, welches zigtausende Menschen anzieht. Es geht einzig darum, was das Kunstwerk für eine Resonanz in uns selbst auslöst.

Kommunikation mit allen Sinnen erleben

Warum ist diese Art von Kommunikation für uns Menschen wichtig? Um das zu verstehen, müssen wir uns die Kommunikation und die sensorische Wahrnehmung etwas genauer ansehen.

Unter der sensorischen Wahrnehmung versteht man das Empfinden mittels einer oder mehrerer Sinnesorgane:

  • Sehen, visuell
  • Riechen, olfaktorisch
  • Hören, auditiv
  • Schmecken, gustatorisch
  • Tasten, taktil

Jede Gesellschaft hat beispielsweise ihr ganz eigenes Kommunikationssystem. Dies beinhaltet unter anderem die Sprache. Damit wir überhaupt wahrnehmen können, was jemand sagt, brauchen wir den Hörsinn, ansonsten würden wir die gesprochene Sprache nicht verstehen. Demzufolge besteht zwischen den Sinnen und der Kommunikation ein enges Verhältnis, welches jedoch nicht symmetrisch verläuft: Die sensorische Wahrnehmung funktioniert ohne die Kommunikation, umgekehrt ist das aber nicht der Fall. Ein kleines Beispiel dazu: Wir können unsere Umgebung mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen, ohne dass wir alles, was wir sehen, benennen können. Eine unbekannte Pflanze können wir sehen (visuell), an ihr riechen (olfaktorisch), sie anfassen (taktil) oder sie sogar essen (gustatorisch) und dafür brauchen wir keine Kommunikation. Umgekehrt würde das nicht funktionieren: Ohne die fünf Sinne könnten wir uns gar kein Bild von etwas machen. Es wäre fast so, wie einer blinden Person erklären zu wollen, was die Farbe Blau ist.

Räume und Gebäude mit emotionalem Wert

Meist sind es alte Gebäude oder Kunstwerke, die schon viele Geschichten erlebt haben und auch viele Geschichten erzählen. Entweder haben wir uns über die historische Geschichte informiert oder aber wir ersetzen die Geschichte durch unsere eigene Interpretation. Das sollte aber nicht nur bei Objekten sein, die es schon lange gibt. Vielmehr sollte die Interpretation zur Regel werden: Im Grundsatz heisst das, dass jeder Raum, jedes neu erschaffene Gebäude nicht nur ein Raum oder eben ein Bauwerk, sondern auch ein Kommunikationsinstrument sein sollte. Jede*r Künstler*in hat eine bestimmte Vorstellung, eine eigene Idee und Vision davon, wie das neu geschaffene Objekt aussehen soll und wieso es genau so aussehen soll. Dabei wird immer die Gefühlswelt, also die Emotionen, der Menschen angesprochen. Architekt*innen beispielsweise sollten diesen Aspekt bei ihren Planungen nicht ausser Acht lassen. Wenn sie dies nicht beachten, könnte das zur Folge haben, dass ihre Objekte keinen emotionalen Wert besitzen; es sind dann einfach nur Nutzobjekte, die auch nur als solche wahrgenommen werden. Ein gutes Beispiel dafür sind grosse Überbauungen oder Siedlungen, die im Schnelltempo aus dem Boden gestampft wurden. Gebäude oder gar ganze Stadtteile, die aus reiner Funktionalität heraus entstanden sind, um z. B. möglichst vielen Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben usw. Bei diesen Objekten fehlen jedoch der Sinn und die Vision eines Künstlers oder einer Künstlerin. Das ist sehr schade.

Objekten eine Seele einhauchen

Ich erlebe diese ganz spezielle Kommunikation zwischen Mensch und Bauwerk im Tarrot Garten von Niki de St. Phalle in der Toscana. Für mich ist dieser Garten immer wieder der Himmel auf Erden. Er bereichert meine Fantasie, schenkt mir Energie, erinnert mich an das kindliche Spiel, aber auch an die Bedeutung der Tarrotkarten. Ich schmecke den Geruch der Toscana, die wahnsinnige Hitze, die Weite, die Meeresluft und den Wind. Alle meine fünf Sinne werden geweckt und aktiviert. Dieser Garten berührt mich tief in meinem Herzen. Er erfüllt und nährt mich. Hier kann ich meine Seele baumeln lassen, auftanken und mich beflügeln lassen. Genau diese Gefühle will ich ebenfalls so weitergeben, wenn ich an der Planung eines Raumes oder Gebäudes mitbeteiligt bin. Menschen wollen berührt werden, sie wollen der unbewussten Kommunikation folgen können. In unserem Alltagstrott ist es wichtig, dass wir vor lauter Reizen trotzdem noch manchmal – auch wenn vielleicht unterbewusst – das Gefühl von Wärme und Geborgenheit erhalten. Folglich wird Kommunikation im Raum und am Bau immer wichtiger. Es reicht beispielsweise schon, wenn an einem Gebäude ein Lichtspiel stattfindet. Das fasziniert die Menschen, inspiriert sie und bringt sie zum Lächeln. So können sie wiederum neue Energie auftanken. Es müssen Räume und Gebäude geschafft werden, die die Menschen emotional berühren und sie für einen kurzen Moment vom Alltag ablenken. Das fängt schon beim Namen von Gebäuden an: Ich finde es wichtig, dass jedes Gebäude einen eigenen Namen erhält und nicht nur mit einer Hausnummer beziffert wird, wie das in der Schweiz sehr oft gehandhabt wird. Denn durch den Namen entsteht bereits hier eine Geschichte für den Menschen.

Kunst im Raum und am Bau in Unternehmen

Was genau bedeutet Kunst im Raum oder am Bau nun für Unternehmen? Natürlich bedeutet es nicht, dass ein Unternehmen jetzt die gesamte Einrichtung, sämtliche Gegenstände, die Wandfarbe etc. verändern muss, nein. Es bedeutet, dass sich Unternehmen bewusst hinterfragen, wie ihre Räumlichkeiten aussehen und wie diese gestaltet sind.

  • Welche Farben wurden genutzt und weshalb?
  • Gibt es ein Möblierungskonzept und entspricht dieses noch dem Zeitgeist?
  • Was strahlen die Räumlichkeiten für ein Gefühl aus?
  • Wie ist der Eindruck, wenn jemand den Eingangsbereich zum ersten Mal betritt?
  • Was löst er für Emotionen aus?

Wenn man dort täglich ein und aus geht, nimmt man wahrscheinlich gar nicht mehr bewusst wahr, was ein solcher Raum in einem auslöst. Das ist auch nicht verwunderlich, denn wir sind alle Gewohnheitstiere. Es macht also durchaus Sinn, wenn Räumlichkeiten beispielsweise jungen Künstler*innen zur Verfügung gestellt würden, damit sie diese immer wieder neu gestalten. Das könnten natürlich auch Mitarbeitende übernehmen, die dafür ein gewisses Budget zur Verfügung gestellt bekämen. Auch kleine Dinge zählen: Wenn z. B. ein Sonnenstoren ausgewechselt werden muss, dann wird nicht einfach ein Ersatz bestellt, sondern Wert darauf gelegt, in welcher Farbe er ersetzt wird und aus welchem Material er besteht. Genauso gut könnten Parkplätze in verschiedenen Farben bemalt oder in der Tiefgarage ein Graffiti an die Wand gesprayt werden. Ein Unternehmen in Egerkingen hat beispielsweise ein Farbkonzept auf der Aussenseite einer Fensterfront erstellt. Fährt man nun auf der A1 zwischen Bern und Zürich, so kann man dieses Kunstwerk bestaunen: Bei der Durchfahrt kurz einen Moment Farbe einsaugen. Oder schlendert man durch die Zürcher Bahnhofstrasse, kann man etliche Schaufensterfronten bestaunen, die in wahre Kunstwerke verwandelt wurden und so zum Betreten der Lokalitäten verlocken. Wie du siehst: Kunst im Raum oder am Bau umfasst alles vom Farbkonzept über Sitzgelegenheiten, Kunstinstallationen bis hin zum Autokreisel. Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Und auch mit kleinem Budget und wenig Aufwand kann so eine neue Kommunikation entstehen.

Quellen

Das Netz der Zukunft

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Wer es richtig tun will, der braucht dafür Zeit. Wer es pflegen will, braucht Disziplin. Wer davon profitieren will, braucht Geduld. Die Rede ist von Networking. Ein Nebenjob fürs Leben und ein exorbitantes Plus für jede*n. Ist es aber wirklich notwendig, sich das Networken zur Berufsaufgabe zu machen?

Einmal mehr schreibe ich über ein Wort, das seinen Ursprung aus dem Englischen hat: Networking. Für Berufstätige ein bekannter Begriff. Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) definiert Networking als «Knüpfen und Pflege von Kontakten und Beziehungen zum gegenseitigen (besonders beruflichen) Nutzen.» Dieses Netzwerken ist in der heutigen Zeit schon fast ein Muss und für Unternehmer*innen gar nicht mehr wegzudenken. Vor noch nicht so langer Zeit bewegte sich das Netzwerken ausschliesslich in exklusiven Klubs (Rotary, Zünfte etc.) und an Businessevents. Mit dem Auftauchen von Social-Media-Plattformen wurde aus dem eher statusfokussierten und prestigereichen Business-Austausch ein heterogenes Mittelfeld, zugänglich für alle. Bevor ich aber das Jetzt schildere, springe ich mit dir für einen kurzen Augenblick zum Ursprung zurück.

It’s a Man’s World

Es ist gar nicht so einfach, auf die Anfänge des Networking zu stossen. Es kursieren verschiedene Thesen im Internet und auch der Blickwinkel ist entscheidend. Wäre ich auf der Suche nach Parallelen zu den heutigen sozialen Plattformen, dann würde gemäss meiner Recherche der Dichter Johann Wilhelm Ludwig Gleim wohl als der Erfinder von Facebook gelten. Er, im 18. Jahrhundert lebend, sammelte von all seinen Gästen Porträts und verewigte sie an einer Wand. Sein «Freundschaftstempel» wäre heute die physische Form unserer Freundesliste auf Facebook. Da der Fokus dieses Beitrages allerdings im Wort Networking selbst liegt, steuere ich nun auf Verbindungen zu, die als den Ursprung des Netzwerkens beschrieben werden.

Grundsätzlich kann man behaupten, dass das eigentliche Networking – so wie wir es heute kennen – erst vor gut 200 Jahren entstand. Eine heute nach wie vor bekannte Form von Networking ist in Business Clubs zu finden. So schlossen sich im 19. Jahrhundert Geschäftsmänner zusammen und tauschten sich aus. Solche Klubs waren damals ausschliesslich für die Reichen reserviert, zumal sie die Einzigen waren, die sich die Klubbeiträge leisten konnten. Noch heute existieren überall auf der Welt solche Klubs und sind in den Augen vieler mit Prestige und Status verbunden.

Das (Kaffee-)Kränzchen für Mann und Frau

Eine ähnliche Form von Networking war auch in deutschsprachigen Studentenschaften zu finden. Im Ausgang des 18. Jahrhunderts entstanden Burschenschaften, Kränzchen, später (zu Beginn des 19. Jahrhunderts) Corps, die vor allem die Liebe zur Tradition feierten und ein eher bürgerliches Weltbild zeigten. Auch in solchen Verbindungen durfte nicht jedermann beitreten; wer sich unterwerfen liess, das Aufnahmeritual sowie die Probezeit bestand, wurde aufgenommen. Recherchen zeigen, dass solche Studentenverbindungen theoretisch bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Es scheint allerdings keine Einigkeit im Web zu herrschen und es kursieren Behauptungen, dass solche Verbindungen mit Mythen und Halbwahrheiten vorbelastet sind.

Übrigens existierten etwa zur selben Zeit auch Damenkränzchen, heute besser bekannt als Kaffeekränzchen. In solchen Kränzchen beteiligten sich oftmals unverheiratete Frauen gehobenen Alters, die zur bürgerlichen Frauen- und Mädchenbewegung gehörten – analog Burschenschaften. In England galten solche Kränzchen als «tea parties». Ich vermute, dass aufgrund der englischen Übersetzung die heutige Kränzchen-Begriffserklärung als, ich zitiere, «kleine Gruppe von Damen, die in regelmässigen Abständen zur Unterhaltung zusammenkommt» (DWDS) angesehen wird.

Ein Netzwerk für mehr Vitamin B

Noch heute existiert das Face-to-Face-Networking in Form von Business Clubs, Berufsverbänden oder an gewissen Wirtschafts- oder Sportevents. Der eigentliche Status quo im 21. Jahrhundert hat sich aber von «prestigereichen Klubs» auf eine einfachere – glücklicherweise – günstigere Plattform verschoben: Social Media – ein fast vier Milliarden grosses Netz an Nutzer*innen. Wer heute auf ein gutes Netzwerk hofft und Geschäftsbeziehungen aufbauen möchte, bedient sich der Plattform LinkedIn. Die Plattform hat sich als Karrierenetzwerk etabliert und grundsätzlich dreht sich dort alles ums «Business». Über 700 Millionen Nutzer*innen weltweit besitzen bereits ein LinkedIn-Profil und die Tendenz ist weiterhin markant steigend. Schon allein in den letzten zwei Jahren konnte LinkedIn über 40 Millionen Nutzer*innen dazugewinnen und sich als benutzerfreundliches, vielfältiges und interaktives Netzwerk in der Social Media-Landschaft positionieren.

Wer in seinem Netzwerk wichtige Kontakte besitzt, kann sich in erster Linie eine beachtliche Reichweite verschaffen. Denn: Bei LinkedIn geht es nicht darum, wen du kennst, sondern auch um die Kontakte deiner Kontakte. Überdies haben Stellensuchende die besten Chancen, eine neue Herausforderung unter der Hand zu bekommen. Ein Post, eine Statusänderung oder eine Markierung im Profilbild genügt meistens, um das eigene Netzwerk darauf aufmerksam zu machen. LinkedIn ist quasi eine Wunderwaffe, wenn es ums Vitamin B geht. Ich habe mich lange gegen ein solches Netzwerk und gegen das Vitamin B gesträubt, bis ich realisierte, wie viele Stellen nicht ausgeschrieben werden. Gemäss aktuellen Zahlen werden nur 30 % der Stellenanzeigen veröffentlicht. Der Rest wird intern oder – eben – unter der Hand vergeben. Das sind ganze sieben von zehn Jobs! Das klingt im ersten Moment unfair, aber so funktioniert nun mal der Arbeitsmarkt. Vitamin B, Vitamin B und nochmals: Vitamin B!

Wind of Change

Erinnerst du dich noch an deine Anfänge des Networkings? Das war sicher keine einfache Aufgabe. Entweder man hat sich stets im gleichen Kreis, ergo in der gleichen Reichweite bewegt oder musste sich an Events von der Glanzseite zeigen, um überhaupt attraktive Angebote zu erhalten. Beides war zweifellos mit viel Aufwand verbunden, schliesslich musste man die Kontakte auch noch pflegen (Kaffee hier, Mittagessen da). Heute hat jede*r die Möglichkeit, alles mit einem Post eines lesenswerten Artikels zu erledigen. Oder man meldet sich mal wieder, indem man z. B. mit einem vorprogrammierten Button zum Geburtstag gratuliert. Es war also noch nie so einfach wie heute, den Vitaminspeicher aufzutanken und zu «boosten».

Für Unternehmen gilt übrigens dasselbe in Grün. Die Arbeitswelt hat sich verändert, mit ihr auch die Kommunikation. Ein Unternehmen gelangt heute mit Social Media relativ kostengünstig und zeitnah an seine Kund*innen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob es sich um ein Produkt handelt oder der eigene Brand in den Vordergrund gestellt wird. LinkedIn beispielsweise hat für fast alles die richtige Lösung. Insgesamt sind 50 Millionen Unternehmen aktiv. Pro Sekunde werden nota bene 55 Stellenanzeigen rund um den Globus geschaltet. Also unterschätzen sollte man Social Media wirklich nicht.

Ein Nebenjoböbli

Wenn ich nun zurück auf den Anfang des Beitrages komme, dann stimmt es nicht ganz, was ich behauptet habe. Es ist richtig, dass man für ein gutes Netzwerk Zeit und Geduld braucht, aber längst nicht mehr so viel wie früher. Von Disziplin ist überhaupt keine Rede mehr. Wichtig ist, dass alle die Regeln einhalten und das Netzwerk nicht mit Belanglosigkeiten bombardieren, sonst geht der Schuss nach hinten los. Auch beim Networking ist eine akkurate Kommunikation nicht zu vernachlässigen. Ich werde mir das Networking wohl nie zur Berufsaufgabe machen. Bei mir wird es wohl bei einem Nebenjöbli bleiben, schlichtweg deswegen, weil ich mich Tag ein Tag aus auf Social Media bewege. Wie ist es bei dir?

Ein paar LinkedIn-Tipps:

  • Profil ohne Foto: a no no! So wird dein Profil nicht ernst genommen.
  • Keywords: are the key. Noch besser wäre englischsprachiges Profil. Deutsch reicht aber vollkommen – mit guten Schlüsselwörtern.
  • LinkedIn: is business. Bleib also plus minus formell
  • LinkedIn: is business 2.0. Das «Fübi»-Foto und herzige Katzenvideos gehören aus LinkedIn verbannt. Dafür dient dein Facebook- oder Instagram-Account.
  • Teilen: gleich Mehrwert. Dein Netzwerk soll auch profitieren dürfen. Die Qualität ist entscheidend.
  • Teilen 2.0: Einfach kommentarlos etwas losschicken, ist nur die halbe Miete. Dein Netzwerk soll wissen, warum du genau diese Information mit ihm teilst.
  • Hashtags: #dieweltinderalgorithmenregieren. Ich mag die auch nicht. Aber du willst auch ausserhalb deines Netzwerkes sichtbar sein, oder?

Quellen

Round and round we go – 360° Kommunikation

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Wir Menschen kommunizieren ständig, auch wenn wir das eigentlich gar nicht wollen. Wenn wir es tun, können wir aber zu einem grossen Teil selbst bestimmen, was wir wie kommunizieren. Dasselbe gilt für Unternehmen. Diese entwickelten in den letzten Jahren immer mehr ein Bewusstsein dafür, wie wichtig eine kohärente Kommunikation ist. So ist auch der Ansatz der 360° Kommunikation entstanden.

Kommunikation in allen Formen und Farben

Reden, schreien, flüstern, schweigen – all das ist Kommunikation, aber Kommunikation ist noch viel mehr! Gehen wir nun einen Schritt zurück und schauen uns an, was Kommunikation überhaupt ist: Unter Kommunikation ist nämlich der Prozess der Bedeutungsvermittlung zu verstehen, der sich zwischen zwei oder auch mehreren Lebewesen abspielt. Durch den Begriff «Vermittlung» wird bereits klar, dass der Austausch immer über eine Instanz, also ein Medium, stattfindet. Dieses Medium kann vielfältige Gestalten annehmen, dazu gehören beispielsweise Gestik, Mimik, Rauchzeichen, Telefon, Film und noch viele mehr. Der Austausch ist aber keineswegs statischer Natur; bereits das blosse Verhalten zweier oder mehrerer Lebewesen aufeinander gilt als Kommunikation. Deshalb ist, wie ganz am Anfang dieses Absatzes erwähnt, Schweigen auch eine Form der Kommunikation.

Übrigens: Erfolgreich wird dann kommuniziert, wenn die Verständigung zwischen Sender*in und Rezipient*in glückt. Das heisst, ein*e Sender*in vollzieht eine kommunikative Handlung, z. B. durch das Ansprechen der anderen Person (= Rezipient*in). Diese wiederum begeht im selben Augenblick ebenfalls eine kommunikative Handlung, nämlich indem sie zuhört und versucht, die gesendete Nachricht zu entschlüsseln.

Wir verstehen nun, was zwischen einzelnen Personen geschieht, wenn sie untereinander kommunizieren. Nun sehen wir uns genauer an, wie es sich bei Unternehmen verhält und was das mit den 360° zu tun hat.

Rundum Kommunikation

Unternehmen wollen und müssen verstärkt ein Augenmerk darauf legen, wie und in welcher Form sie mit wem kommunizieren. Das betrifft sowohl alle internen (Mitarbeitende) als auch externen Personen (Kund*innen, Medien, Investor*innen usw.), die das Unternehmen anspricht. Um dieser doch nicht ganz einfachen Aufgabe Herr zu werden, gibt es den Ansatz der 360° Kommunikation oder auch der integrierten Kommunikation:

Bei diesem Ansatz geht es darum, dass sämtliche Kommunikationsaktivitäten eines Unternehmens strategisch geplant und koordiniert konzipiert sowie realisiert werden. Die Integration der Aktivitäten findet dabei auf vier verschiedenen Ebenen statt:

Zeitlich

Alle Aktivitäten müssen zeitlich aufeinander abgestimmt werden. Dazu führt man am besten eine Jahresplanung, welche man kontinuierlich aktualisiert und weiterentwickelt.
Beispiel aus der Praxis: Ein Unternehmen führt einen Redaktionsplan, in dem alle Aktivitäten sämtlicher Social-Media-Kanäle festgehalten werden.

Inhaltlich

Für jede Zielgruppe die passende Botschaft. Diese Botschaften sind klar festzulegen und auf die unterschiedlichen Kommunikationsinstrumente und -mittel zu übertragen. Dabei dürfen keine inhaltlichen Widersprüche entstehen.
Beispiel aus der Praxis: Dieselbe Botschaft muss immer wieder neu verpackt und auf die Zielgruppe sowie die Eigenheiten des Kanals angepasst werden. Konkret heisst das, dass ein Unternehmen jeweils kanalspezifische Texte, Bilder usw. aufbereiten muss.

Formal

Ein einheitliches Erscheinungsbild (gemäss Corporate Design) muss gewährleistet werden, auch wenn für jede Zielgruppe und für jeden Kanal unterschiedliche Botschaften geplant werden.
Beispiel aus der Praxis: Alle Publikationen eines Unternehmens müssen diesem eindeutig zugeordnet werden können. Dieser Wiedererkennungseffekt kann anhand des Logos, einer bestimmten Farbe, besonderen Elementen oder einem Bild passieren.

Sprachlich

Die Corporate Language, also die Sprache des Unternehmens muss bei allen Aktivitäten ersichtlich sein.
Beispiel aus der Praxis: Als Unternehmen muss man sich entscheiden, ob man eher einen lockeren Umgangston (duzen) wählt, wenn man kommuniziert oder ob man es lieber formell (siezen) halten möchte. Wichtig ist, dann immer gleich zu kommunizieren.

Wichtig bei der 360° Kommunikation ist, dass alle Personen und Abteilungen, die in irgendeiner Weise mit ihr zu tun haben, mithelfen. Sie sind im ständigen Austausch und behalten immer das grosse Ganze im Auge.

Perspektivenwechsel

Wie wir sehen, ist der klassische Ansatz der integrierten Kommunikation eine Hilfestellung, damit Unternehmen besser planen und steuern können, was sie sagen wollen. Versuchen wir nun, die 360° Kommunikation mit dem Fakt zu verbinden, dass wir Menschen von früh bis spät immer und überall kommunizieren. Folglich kann ein Unternehmen auch jederzeit mit Individuen in Kontakt treten oder eben mit ihnen kommunizieren. Das geht über Werbung im Tram, die wir meist nur aus dem Augenwinkel und eher unbewusst wahrnehmen oder durch Plakate, an denen wir vorbeiradeln. Viel offensiver können Unternehmen kommunizieren, indem sie uns Briefe nach Hause schicken oder wenn eine Verkaufsperson uns im Geschäft direkt anspricht. Diese Arten von Kommunikation sind uns allen mehr oder weniger bekannt.

Was aber wäre, wenn ein Unternehmen seine Büroeinrichtung oder seine Gebäudefassade als Kommunikationsmittel benutzen würde? Das wäre ebenfalls ein Teil einer 360° Kommunikation. Ein Unternehmen kann mit allem, was es tut, kommunizieren: Das geht vom Brief über den Onlinebanner bis hin zur Kleidung der Mitarbeitenden oder eben der Einrichtung des Eingangsbereichs. Genau diese letzteren Arten einer unbewussten Kommunikation sollte ein Unternehmen auf keinen Fall unterschätzen. Nein, Unternehmen sollten sogar anfangen, diese bewusst wahrzunehmen und aktiv damit zu spielen.

Quellen


Der Goldene Kreis – das Tor zur Kundenloyalität

Lesedauer: 5 MinutenHast du dich schon einmal gefragt, was ein Unternehmen erfolgreich macht? Sind es die tollen Produkte, eine sensationelle Dienstleistung, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis oder etwa charismatische Verkäufer*innen?

Ich behaupte: Weder noch, denn es ist etwas ganz anderes. Was das ist, wirst du im Verlaufe dieses Textes selber herausfinden.

Manipulation statt Loyalität

Gehen wir einen Schritt zurück und beantworten die vorhin gestellte Frage salopp mit: Ein Unternehmen ist erfolgreich, wenn es Gewinn macht. Wie aber kommt es zu diesem Gewinn?

Die allermeisten Unternehmen manipulieren ihre Kund*innen auf irgendeine Weise, damit sie oder er ein Produkt oder eine Dienstleistung kauft. Diese Manipulation kann sehr vielseitig sein, z. B. über Preis, Aktionen, Angst, Wünsche, Versprechen, Gruppendruck oder vermeintliche Innovationen, die eigentlich nur Neuerungen sind. Tatsache ist, dass Manipulationen letzten Endes zu Transaktionen führen. Diese Transaktionen sind aber nicht gleichzusetzen mit Loyalität oder Treue. Transaktionen durch Manipulation sind nur dann in Ordnung, wenn sie einmalig stattfinden und dadurch keine Stammkundschaft oder Kundenbindung aufgebaut werden soll.

Problematisch bei den Manipulationen ist, dass sie so gut funktionieren und deshalb zu unserem Alltag geworden sind. Und sind wir mal ehrlich: In den aller seltensten Fällen findet nur eine einzelne Transaktion zwischen Unternehmen und Kund*in statt. Es ist deshalb höchst fraglich, ob der Einsatz von Manipulationen den (kurzfristigen) Erfolg rechtfertigen.

Aber was ist die Alternative?

Der Goldene Kreis

Die Alternative nennt sich Goldener Kreis und nein, das ist kein exklusiver Club, sondern ein hilfreiches Modell für Unternehmen. Der Goldene Kreis oder eben Golden Circle basiert auf dem Goldenen Schnitt. Dieser kann auf vielen Gebieten angewendet werden; er liefert wiederholbare und voraussagbare Ergebnisse in Bereichen, in denen diese andernfalls möglicherweise dem Zufall oder Glück zugeschrieben würden. Der Goldene Kreis besteht aus drei ineinander liegenden, immer grösser werdenden Kreisen. Der äusserste Kreis steht für das Was, der mittlere für das Wie und der innerste Kreis für das Warum. Bildlich sieht das so aus:

Bild: Eigene Darstellung des Goldenen Kreises in Anlehnung an die Grafik von Simon Sinek. (Quelle: Simon Sinek. Frag immer erst: warum. Wie Topfirmen und Führungskräfte zum Erfolg inspirieren, 2019, S.39)

  • Was
    Jede Organisation, ob Unternehmen, Verein, Stiftung unsw. weiss, was sie tut. Das Was ist leicht zu identifizieren.
  • Wie
    Einige Unternehmen oder Individuen wissen, wie sie tun, was sie tun (= Alleinstellungsmerkmal). Das Wie wird eingesetzt, um zu erklären, wie verschieden und um wie viel ein Produkt oder eine Dienstleistung besser ist.
  • Warum
    Nur sehr wenige Menschen und Unternehmen können klar sagen, warum sie tun, was sie tun. Warum gibt es das Unternehmen, was ist das Ziel, der Beweggrund, der Glaube, die Überzeugung?

Die allermeisten Unternehmen und Individuen arbeiten genau nach diesem Schema: Was, Wie, Warum. Dabei sollte es genau umgekehrt sein: Alles bewegt sich von innen nach aussen, also Warum, Wie, Was. Warum ist das so? Ganz einfach: Wir Menschen kaufen grundsätzlich nicht das, was ein Unternehmen tut, sondern warum es etwas tut. Das Warum ist also quasi der Kaufgrund und das Was ist der Beweis für diesen Glauben.

Natürlich ist das Warum nicht der einzige Garant für Erfolg. Es ist jedoch der einzige Weg, um Erfolg langfristig zu sichern und ein besseres Zusammenspiel von Flexibilität und Innovation zu erreichen. In Anbetracht der stetig wachsenden Konkurrenz geht es nicht darum, sich als Unternehmer*in zu fragen «Was können wir tun, damit wir konkurrenzfähig bleiben?», sondern «Warum haben wir begonnen zu tun, was wir hauptsächlich tun und was können wir gerade jetzt in diesem Moment tun, um unseren ursprünglichen Zweck unter Einbezug aller Technologien und Marktchancen auch heute noch zu erfüllen?».

Das Warum als zentrales Element von Storytelling

Das Warum sollte die Basis für alle Aktivitäten eines Unternehmens sein. Sprich: Alles, was ein Unternehmen tut, muss auf diesem Grundstein aufgebaut sein. Wie ich vorher bereits erklärt habe, kaufen wir Menschen etwas, weil wir an dasselbe Glauben wie das Unternehmen und weil wir auch Teil dieser Community sein wollen. Als Kund*in wollen wir uns mit dem Unternehmen identifizieren können. Das erreicht ein Unternehmen nicht, indem es Hard Facts verkauft, sondern indem es Kund*innen emotional abholt. Und genau dazu braucht ein Unternehmen Storytelling. Je authentischer dieses Storytelling ist, desto besser. Mit authentisch meine ich, dass das Unternehmen tatsächlich alles glaubt, was es tut und sagt. Wenn wir uns also für eine Dienstleistung oder ein Produkt entscheiden müssen, dann wollen wir unserem Gefühl folgen und nicht anhand vieler Fakten die richtige Wahl treffen müssen.

Die Quintessenz

Wir bei PINKTANK haben erkannt, wie wichtig der Goldene Kreis und vor allem das Warum eines Unternehmens für gutes und glaubwürdiges Storytelling ist. Die Erarbeitung des Goldenen Kreises ist jedoch ein harter, anspruchsvoller Prozess, der viel Denkarbeit und Geduld kostet. Darum haben wir versucht, einen anderen Weg zu finden: In unseren Playful Workshops schaffen wir es, dass sich unsere Kund*innen spielerisch mit dem Thema auseinandersetzen. In erster Linie geht es darum, eine Story mitsamt Key Visual für ein Unternehmen zu erarbeiten. Diese beiden Elemente sollen den Kern des Unternehmens widerspiegeln. Während des Workshops und dem nachgängigen Prozess finden Unternehmen automatisch die Antworten auf die drei W-Fragen des Goldenen Kreises. Sie müssen diesen vorher nicht einmal gekannt haben.

Um nun auf die Anfangsfrage zurückzukommen, was ein Unternehmen erfolgreich macht: Es ist die eindeutig benennbare Vision eines Unternehmens, die aussagt, warum das Unternehmen überhaupt eine Daseinsberechtigung hat. Und es ist das unermüdliche Streben des Unternehmens, diese Vision zu verwirklichen. Auch wenn das bedeutet, nur einen Teil des Marktes bedienen zu können.

Quellen

Spielkultur – der neutrale Lernprozess

Lesedauer: 5 Minuten

«Nobody is perfect» oder «sich irren ist menschlich». Unser Leben ist vollgepflastert mit Redewendungen und hin und wieder benutzen wir solche Weisheiten als Rechtfertigung für etwas, das schiefgelaufen ist. Die Fehlerkultur gehört zum Lebensprozess. Fragt sich aber: Kann die Fehlerkultur nicht durch etwas ersetzt werden, das eine neutrale – nicht negativ konnotierte – Ebene schafft?

Schon früh als Kind werden wir mit dem Fehler- und Lernprozess konfrontiert. Wenn wir laufen lernen, fallen wir beim ersten, zweiten, aber vielleicht auch beim dritten Versuch hin. Wir stehen immer wieder auf, fallen noch einmal hin und stehen schliesslich wieder auf. Wir versuchen es so lange, bis wir den Prozess des Laufens beherrschen. Indem wir Hinfallen machen wir «Fehler» und lernen mit jeder Wiederholung aus solchen. So funktioniert’s. Das Schöne an diesem Beispiel ist, dass das Kind nicht weiss, dass es einen Fehler begeht. Missbilligung von Mama und Papa kennt es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht, zumindest nicht in der Form, wie wir sie später zu spüren bekommen. Denn spätestens, wenn Kinder ins Schulalter kommen, dann als junge Erwachsene einen Beruf ausüben (oder studieren) und schliesslich im Laufe des Erwachsenenlebens viele (Lebens-)Erfahrungen sammeln, stösst ein Individuum auf die ganz bewusste Fehlerkultur. Ein solcher Prozess prägt uns und unsere Persönlichkeit.

Das «Richtig oder Falsch»-Prinzip

Begehen wir in unserem Alltag Fehler, dann fallen wir im ersten Moment in eine Art Starre. Bei manchen tritt gar ein Schamgefühl ein, andere verspüren Angst. Machen wir Fehler, dann werden wir zu Schuldigen (natürlich kommt es auch immer auf den Härtegrad des Fehlers an). Gerade im Arbeitsalltag ist «Fehler machen» für viele immer noch ein persönliches Tabu. Es gilt in den Köpfen: «Ich will meinem Arbeitgeber* beweisen, dass ich diese Stelle verdient habe», «Ich vermeide Fehler, so gut es nur geht», «Ich will perfekte Arbeit leisten» (so stand es nämlich im Inserat: perfektes Deutsch – das muss ich erfüllen). Also: Fehler sind selbstredend keine zugelassen, es existiert nur richtig oder falsch.

Mittlerweile verwandeln viele Unternehmen ihre Organisationskultur in eine produktive Fehler- oder Lernkultur (siehe Definitionen in Box). Ich benutze in diesem Beitrag beide Kulturen als eine, zumal sie unter dem Strich das gleiche Ziel verfolgen: das Enttabuisieren von «Fehler machen» und eine neue Form von Akzeptanz schaffen. Zum Spektrum der Fehler- und Lernkultur wird «Bestrafung» ersatzlos gestrichen und eine Art Belehrung oder Fehlerfreundlichkeit eingeführt. Das Unternehmen schafft gewisse Rahmenbedingungen, die den Mitarbeitenden ein Lernen aus Fehlern ermöglichen sollen. Das wiederum soll zum Ziel haben, dass die Mitarbeitenden besseren Leistungen erbringen.

Solche Fehler- und Lernkulturen sind besonders erwünscht und erhalten auch viel Anerkennung. Eines lässt mich aber an der Fehler- und Lernkultur zweifeln: Unter dem Strich funktionieren sie doch immer noch nach dem «Richtig oder Falsch»-Prinzip? Man begeht einen Fehler, wird zwar nicht sanktioniert, erhält aber ein Feedback ganz nach den vereinbarten Rahmenbedingungen. Folglich haben wir trotzdem etwas falsch gemacht. Der eigentliche Glücksmoment und die Meriten bleiben aus.

Spielkultur als Ersatz für Fehler- und Lernkultur

Anders sähe es aus, wenn man eine neue Kultur schaffen würde. Die des Spielens. Denn die Spielkultur vereint sowohl Fehler- als auch Lernkultur und schafft eine neue neutrale Perspektive ganz ohne Muss-Akte und Angsthaltung.

Wie ich bereits oben erwähnt habe, wissen Kleinkinder nicht, wenn sie einen Fehler begehen. Sie sind quasi Profis im Lernen; in ihren Köpfen existiert noch keine Bewertung nach richtig oder falsch. Sie nutzen sogar ihre Misstritte, um beim nächsten Mal nicht noch mal den gleichen Fehler zu machen. Dabei fehlt ihnen etwas nie: der Glücksmoment. Und dieses Gefühl soll doch auch in unser Erwachsenenleben, ergo in ein Unternehmen, transportieren werden. Glück statt Angst, nicht?

Es kristallisieren sich beim Spielen nämlich vielerlei Vorteile gegenüber der Fehler- und Lernkultur heraus: Erstens existieren in einem Spiel keine Konkurrenzkämpfe, zumindest nicht im herkömmlichen Sinn. In der Spielkultur geht es nie ums Gewinnen oder Verlieren. Sie schafft eher eine Art Plattform für ein – sagen wir mal – Learning. Zweitens ist die Spielkultur keine Solokünstlerin. Nein. Sie funktioniert nur im Team, deshalb ist sie auch so wertvoll. Denn dadurch, dass es alle braucht, entsteht auch das gemeinsame Lernen. Bei einem Fauxpas gibts weder einen Schuldigen, noch wird «Schuld» überhaupt ein Thema sein. Das Hauptziel der Spielkultur ist das Schaffen von neuen Lösungswegen, gemeinsam. Da kanns passieren, dass man mal falsch abbiegt. Aber bekanntlich führen alle Wege nach Rom und das behält sich die Spielkultur ausdrücklich vor. Drittens, unmittelbar mit Letzterem verbunden, werden in einem Spiel Fehler explizit erwünscht. Klingt paradox, aber Studien konnten es sogar belegen: wenn Mitarbeitende offen über ihre Misstritte oder Schwächen sprechen, dann stärkt das ihren Ehrgeiz, es beim nächsten Mal besser zu machen oder einen anderen Weg zu beschreiten. Von Angsthaltung ist keine Rede mehr.

Ich erlebe die Spielkultur so, als wäre sie ein Teil meines «vie quotidienne». Wir flippern, kreieren Geschichten aus Kinderbüchern oder erfinden neue Spiele. Ja, das ist die Spielkultur: Wenn du festsitzt, nicht mehr weiterkommst und am Ende deine Leistungen trotzdem stimmen müssen, würfelst du dich einfach ins Glück. Was zählt, ist, dass du durchs Spiel Blockaden jeder Art lösen kannst. Und (!) du bist natürlich nie allein. Deine Unterstützer* sind gleichzeitig deine Teamkollegen*.

Die Spielkultur verändert

Ich war in meiner zehnjährigen beruflichen Laufbahn einige Male mit Fehlern konfrontiert. Jederzeit stand ich in Alarmbereitschaft, weil ich eine grosse Angsthaltung gegenüber dem «Fehler machen» hatte. Dieses Laster habe ich jahrelang mit mir herumgetragen. So lange bis ich das erste Mal mit der Spielkultur in Kontakt kam. Erst dann wurde mir bewusst, wie viel «Fehler-Angst-Gewicht» ich auf meinen Schultern trug und wie stark es meine Leistungen beeinträchtigte. Durch die Spielkultur konnte ich viel von diesem Gewicht abladen und das in nur sehr kurzer Zeit. Also, wieso unser Mindset nicht auf einen neutralen Lernprozess bringen, damit wir künftig mehr Glücksmomente empfinden?

Ausserdem, nur so zum Abschliessen: Das Wort Spielkultur ist nicht nur neutral in seiner Bedeutung, nein, es schafft einen neutralen Boden für alle!

Lernkultur 
Gesamtheit aller Rahmenbedingungen einer Organisation und ihrer Mitglieder 
in Bezug auf die Förderung und Pflege von Lernen im Unternehmen. 
Die Lernkultur umfasst sowohl förderliche als auch hemmende Faktoren des Lernens. 


Fehlerkultur 
Organisationskultur, die es Mitarbeitenden erlaubt, offen und frei von Angst 
vor Sanktionen oder Diskreditierung über Fehler zu sprechen. Mit der Fehlerkultur 
beschränken sich Sanktionen lediglich auf die Gravierendsten; 
gleichzeitig soll die Fehlerkultur ein produktives Lernen aus Fehlern ermöglichen.

Kunst am Bau/im Raum: DingsDA

Lesedauer: 3 Minuten

Was ist DingsDA?

Als Kind hatten wir doch alle ein Maskottchen, ein Lieblingsplüschtier, ein Symbol. Damit wir dieses Gefühl, diese Erinnerung, wieder erleben, arbeiten wir über Kunst im Raum/am Bau.

Mit DingsDA schaffen wir Objekte, die einerseits funktionell sind und andererseits eine Geschichte erzählen.

Wieso DingsDA?

Ein richtiges Wording ist wichtig. Genauso wichtig ist ein visuelles Wiedererkennungsmerkmal deines Unternehmens. Schau das Ding DA!

Nachhaltige Kommunikation ist Kunst und diese so zu vermitteln, dass sie verstanden wird. DingsDA schafft eine einzigartige und nachhaltige Kommunikation für dein Unternehmen und schmückt die Corporate DNA mit einem einzigartigen Objekt.

Zu den detaillierten Projektbeschrieben

Individualisierung und Wir-Kultur – Ein Gegensatz?

Lesedauer: 4 MinutenMit der Digitalisierung und der zunehmenden Vernetzung unserer heutigen Zeit ist auch die Individualisierung, insbesondere in den westlichen Gesellschaften, vorangeschritten. Dank weitgehender sozialer Sicherheit und den damit verbesserten Lebensstandards können wir uns vermehrt damit beschäftigen, was wir im Leben erreichen und wie wir uns selbst verwirklichen wollen.

Ich dachte mir: «Das klingt doch fast zu schön, um wahr zu sein.» und habe mich deswegen genauer mit der Veränderung der Gesellschaft auseinandergesetzt.

Freiheit ohne Ende

Wer in die unendlichen Weiten des Internet eintaucht, reiht sich als ein weiteres Pseudonym ein. Diese Anonymität kann Freiheit bedeuten; die Freiheit haben, zu sein, wer auch immer man sein will. Auf der anderen Seite bringt das auch Unsicherheit mit sich.

Vieles, dass wir online antreffen, ist fake oder kratzt nur an der Oberfläche. Die Menschen hinter den Pseudonymen lernen wir gar nie wirklich kennen. Es sind flüchtige Bekanntschaften, die uns vermeintliche Intimität vorspielen. Wir sehnen uns nach immer mehr Likes, immer mehr Anerkennung. Bleibt sie aus, fallen wir in ein Loch. Die vorgegaukelte Intimität ist genauso schnell weg, wie sie gekommen ist. Was bleibt, ist Einsamkeit. Dabei ist Einsamkeit nicht zu verwechseln mit Alleinsein. Es ist eher das genaue Gegenteil; wer einsam ist, ist quasi unfähig «ganz allein, mit sich selbst» zu sein.

Natürlich, oberflächlich betrachtet, beschreiben Einsamkeit und Alleinsein die gleiche Situation. Der Unterschied liegt darin, welche Einstellung wir dazu einnehmen:

  • Alleinsein: «Ich bin allein und fühle mich wohl, denn ich brauche niemanden anderes, um glücklich zu sein. Ich bin zufrieden einfach nur mit mir selbst.»
  • Einsamkeit: «Ich fühle mich einsam, weil niemand da ist. Ich brauche andere Menschen, damit ich mich gut fühle. Glücklich sein kann ich nur durch andere Menschen. Ich allein genüge mir nicht.»

Ich muss also feststellen, dass die zunehmende Individualisierung nicht das Nonplusultra ist: Obwohl wir immer mehr so sein können, wie wir gerne möchten, viele Freiheiten haben und uns unendlich vernetzen können, geht es uns im Grunde genommen nicht besser. Denn wir leben oft mehr im Schein als im Sein und es ist leicht, sich in dieser Scheinwelt zu verlieren.

Gemeinsam gegen die Einsamkeit

Blicken wir auf unsere Vergangenheit zurück, sehen wir, dass wir seit jeher den Zusammenhalt, das «Wir» suchen. Was man natürlich nicht ausser Acht lassen darf, ist, dass es früher in vielen Fällen überlebensnotwendig war, einer Gruppe anzugehören. Heute sieht es etwas anders aus und trotzdem können wir unsere Wurzeln nicht leugnen: Wir suchen immer Nähe zu anderen Menschen, wollen uns zugehörig fühlen und wahrgenommen werden. Deswegen suchen wir trotz oder gerade wegen der hochindividualisierten Welt wieder das Wir-Gefühl, einfach in einer anderen Form.

Waren es früher Gruppen, Clans, Sippen und Stämme, so haben wir heute neuartige Gemeinschaften:

  • Co-Living: Wohngemeinschaft bestehend aus mehreren Individuen, die Verantwortung übernehmen und in sozialer Vielfalt leben wollen.
  • Co-Working: Kleine Startups, Freelancer oder digitale Nomaden arbeiten in den gleichen Räumlichkeiten und profitieren gegenseitig vom Know-how des anderen.
  • Co-Mobility: Statt Transportmittel wie Auto, Fahrrad usw. zu besitzen, teilt man sich diese mit anderen Menschen.

Es geht darum, seine individuellen Potenziale zu Gunsten der Gesellschaft einzusetzen, im Gegenzug aber auch in irgendeiner Weise davon zu profitieren.

Um auf den Anfang des Blogs zurückzukommen: Selbst in den Untiefen des Internets, wo es zusehends um Selbstoptimierung und Profitmaximierung geht (bestes Beispiel: Soziale Medien), gibt es einen leisen Trend hin zur Rückbesinnung: Vor allem jungen Kreativen geht es je länger je mehr darum, das Netz als einen Ort für eine neue, demokratischere und partizipativere Form der Kreativität zu etablieren; weg vom Kapitalismus hin zum «Wir». Dabei steht auch hier die Zugehörigkeit im Mittelpunkt.

Teamwork stärkt das Wir-Gefühl

Das hat nicht nur Auswirkungen aufs persönliche Leben, sondern greift auch in den Berufsalltag ein. Mit dem Aufkommen der Künstlichen Intelligenz werden immer mehr Arbeitsplätze von Computern übernommen. Das scheint erstmal keine gute Wendung zu sein, vor allem für die Menschen, die dadurch ihren Job verlieren. Sieht man es von einer etwas anderen Perspektive, bringt das durchaus auch Gutes mit sich: Wir können, ja, müssen uns sogar wieder auf unsere einzigartigen Fähigkeiten als Menschen konzentrieren, denn diese sind bislang ausschliesslich uns Menschen vorbehalten und die KI kann nicht mit uns mithalten.  Solche Eigenschaften sind beispielsweise das Lösen von komplexen Herausforderungen oder das kritische Denken. Diese Fähigkeiten allein sind zwar schon viel, aber nicht alles: Arbeiten wir zusammen in einem Team können wir erst ihr ganzes Potenzial ausschöpfen. Gemeinsam können wir Lösungen finden zu scheinbar unlösbaren Problemen. Durch diese Zusammenarbeit im Team wiederum fühlen wir uns zugehörig und erhalten Anerkennung von den anderen Teammitgliedern, wir werden «gesehen». Das stärkt unser Wir-Gefühl.

Better together

Was habe ich nun daraus gelernt? Individualisierung ist nicht per se gut oder schlecht. Wir Menschen müssen einfach noch besser lernen, wie wir mit der neu gewonnenen Freiheit umgehen sollen. Dabei dürfen wir vor lauter Wahlmöglichkeiten und Selbstbestimmung nicht aus den Augen verlieren, dass wir Menschen einander brauchen und gemeinsam viel mehr erreichen können. Individualisierung und Wir-Kultur schliessen sich nicht aus, sondern können sinnvoll koexistieren.

Quellen & weiterführende Links